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Metrorapid wird nicht gebaut

27. Jun 2003 13:15, ergänzt 16:50
NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück Foto: ddp
Wegen hoher finanzieller Risiken verzichtet Nordrhein-Westfalen auf den Bau des Metrorapids. Bayern hält hingegen an der Trasse für den Magnetschwebezug in München fest.

Die umstrittene Magnetschwebebahn Metrorapid zwischen Düsseldorf und Dortmund wird doch nicht gebaut. Das geht aus der schriftlichen Bilanz von Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) zu den Koalitionsgesprächen in Nordrhein-Westfalen (NRW) hervor. Die finanzielle Risiken seien «aus heutiger Sicht» weder im Haushalt des Bundes noch des Landes abgesichert, hieß es zur Begründung.

Über Einzelheiten will Ministerpräsident Peer Steinbrück am Mittag auf einer Pressekonferenz in der Landeshauptstadt informieren. Der Bund sei im Gegenzug bereit, den Bau einer Metro-S-Bahn zwischen Dortmund und Köln zu finanzieren, hieß es weiter.

Großer Streitpunkt innerhalb der Koalition

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Am Donnerstagabend hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) noch dementiert, dass der Metrorapid in Nordrhein-Westfalen vor dem Aus stehe. Der Metrorapid ist einer der Hauptstreitpunkte in der Koalitionskrise der rot-grünen Landesregierung in NRW. Im Gegensatz zur SPD schlossen die Grünen Landesbürgschaften für die milliardenteure Magnetschwebebahn bislang aus. Der Bund hatte zugesichert, zwei Milliarden Euro zu dem Projekt zuzuschießen.

Bayern hält an Transrapid fest

Bayern Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) will hingegen die Magnetschwebebahn-Strecke zwischen der Münchener Innenstadt und dem Flughafen Erdinger Moos weiterhin bauen. Deutschland brauche eine Referenzstrecke: «Nur dann ist deutsche Spitzentechnologie glaubwürdig und hat im internationalen Wettbewerb eine Chance», sagte der Ministerpräsident. In China wird der Magnetschwebezug bereits seit dem Jahreswechsel zwischen dem Flughafen Schanghai und der Innenstadt eingesetzt. Das Land denkt Medienberichten zufolge über Anschlussaufträge nach.

Die bayerische Staatsregierung setze darauf, dass der Bund gegebene finanzielle Zusagen einhalte. Das Land sei jedenfalls mit der Strecke «voll im Plan». Die Strecke lasse sich wirtschaftlich betreiben, versicherte Stoiber.

Geld könnte umgeleitet werden

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministerium bekräftigte am Freitag die finanziellen Zusagen: Das den Bayern zugesagte Geld stehe weiter zur Verfügung, sagte der Sprecher.

Der Bund hatte den Bayern 675 Millionen Euro für die Transrapid-Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen zugesagt. Ob in Nordrhein-Westfalen eine «Umwidmung» der zugesagten Mittel auf das in Aussicht genommene S-Bahn-Projekt möglich sei, müsse erst geprüft werden. Die Umwidmung sei «schwierig, aber nicht unmöglich», sagte der Sprecher.

Schock bei ThyssenKrupp in Kassel

Im Kasseler Werk der ThyssenKrupp AG , wo der Transrapid gefertigt wird, ging nach der Meldung aus Nordrhein-Westfalen die Angst vor Arbeitsplatzverlusten um. «Die Belegschaft steht nach der Nachricht unter Schock», sagte Betriebsratsvorsitzender Henrik Jordan Agenturberichten zufolge. Er hoffe, «dass der Transrapid wenigstens noch in München gebaut wird».

Nach Abarbeitung des Auftrags aus China werde die Belegschaft «bald in Kurzarbeit gehen», kündigte Jordan an. Er könne noch nicht sagen, wie es mit den gut 300 Beschäftigten des Kasseler Werks weiter gehe. Neben ThyssenKrupp ist der Siemens-Konzern am Konsortium beteiligt, dass den Magnetschwebezug baut. (nz)

 
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