11.01.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Friedrich Christian Flick vor einem Bild von Martin Kippenberger
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Firmenerbe Friedrich Christian Flick wird einem Bericht der «Welt am Sonntag» zufolge seine Kollektion moderner Kunst länger als sieben Jahre in der Hauptstadt ausstellen.
Der Sammler und Multimillionär Friedrich Christian Flick will laut einem Pressebericht seine Kunstsammlung mehr als die zunächst vereinbarten sieben Jahre in Berlin ausstellen. «Anständige Leute nehmen eine Verlobungszeit ernst. Aber es ist klar, dass beide Seiten die Absicht haben, es über diese sieben Jahre hinweg weitergehen zu lassen. Wir sind keine Lebensabschnittspartner», sagte Flick der «Welt am Sonntag».
Zugleich lobte der Sammler das «unglaubliche Tempo», mit dem Politiker der Hauptstadt die Verhandlungen vorangetrieben hätten. «Ich bin Deutscher und natürlich stolz, dass ich die Sammlung in der Hauptstadt präsentieren kann», fügte er hinzu.
2000 Werke von 150 KünstlernDie hochkarätige Flick-Collection umfasst mehr als 2000 Werke von 150 Künstlern seit den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts, darunter Arbeiten von Bruce Nauman, Georg Baselitz und Donald Judd. Sie soll ab 2004 in einer ehemaligen Speditionshalle neben dem Hamburger Bahnhof, dem Berliner Museum für Gegenwartskunst, gezeigt werden. Flick wird die Halle auf eigene Kosten renovieren lassen.
Zu der «schmerzlichen Diskussion» um seine Familiengeschichte sagte Flick, dass er sie verstehe: «Ich unterscheide zwischen Schuld und Verantwortung. Das Unheil, dass im Dritten Reich geschehen ist, bedaure ich zutiefst, aber ich kann nicht schuldig sein für etwas, was in Generationen vor mir geschehen ist. Ich glaube jedoch an Verantwortung und dass man sie erben kann», sagte Flick dem Blatt: «Mein Großvater hat Zwangsarbeiter beschäftigt. Das war Unrecht. Hierfür wurde er verurteilt. Das war Recht.» (nz)