Union wirft Regierung Wahlbetrug vor
Merkel beschuldigte Finanzminister Hans Eichel, die Bürger im Wahlkampf systematisch belogen und über Monate alle relevanten Daten gefälscht zu haben. Habe Bundeskanzler Gerhard Schröder im Wahlkampf noch Steuererhöhungen ausgeschlossen, so bediene sich Rot-Grün nun kräftig bei Bürgern und Unternehmen, klagte die CDU-Chefin.
Heftigen Widerstand der Union kündigte Stoiber gegen das Vorhaben an, die Arbeitslosenzahl durch eine Änderung der Statistik scheinbar zu reduzieren. Allein die Abschaffung der Eigenheimförderung könne in der Bauwirtschaft bis zu 250.000 Arbeitsplätze kosten, sagte Stoiber voraus: «Kein einziger Punkt der rot-grünen Koalitionsvereinbarung führt zu neuen Arbeitsplätzen.»
Kritik kam auch von Wirtschafts- und Interessenverbänden: Der Bund der Steuerzahler beklagte die Erhöhung der Neuverschuldung, die eine zusätzliche Zinsbelastung von jährlich über 140 Millionen Euro bedeute. Damit würden 20 Prozent der Steuereinnahmen von Zinsen aufgefressen.
Auch der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Rogowski, kritisierte das Sparpaket und die höhere Neuverschuldung als konjunkturelle Belastung. Die von 19 Verbänden, Unternehmen und Gewerkschaften gebildete «Initiative Wohnungsbau» bemängelte, die Kürzung der Eigenheimzulage durch die Bundesregierung stelle «einen der schwersten Rückschläge für die Bildung selbstgenutzten Wohneigentums und damit auch für die private Vermögensbildung in der Geschichte der Bundesrepublik» dar. (nz)

