Und die Aussichten sind noch trüber: Für den US-Markt prophezeiten Marktforscher soeben in diesem Jahr nur noch 13,6 Millionen verkaufte Fahrzeuge. Das wäre ein Einbruch um 16 Prozent und so wenig wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. 2009 soll es noch weiter runtergehen. Auch der stets beschworene Boom in Ländern wie China und Indien lässt nach. Selbst Branchenprimus Toyota leidet. Die dramatische Lage von GM und Ford bedroht laut Experten die gesamte US-Wirtschaft. Niemand mag sich die Folgen ausmalen, wenn die Giganten mit Hunderttausenden von Beschäftigten etwa plötzlich keine Gehälter mehr auszahlen. Eine Insolvenz sei keine Option, betonen GM- Chef Rick Wagoner und sein Ford-Kollege Alan Mulally unisono. Es wäre der größte Fall von Gläubigerschutz nach US-Insolvenzrecht aller Zeiten.
«Die Möglichkeit der Pleite besteht», meinte US-Fachmann David Cole vom Center for Automotive Research in der «New York Times». Die Wahrscheinlichkeit sei dennoch gering. Der Grund: Das Risiko sei für den Staat viel zu groß, so Experten. Spekuliert wird bereits über weiter staatliche Hilfen über die der Branche gerade zugesagten Kredite von 25 Milliarden Dollar hinaus.
In einer bitteren Ironie der Geschichte feierte GM erst vor wenigen Wochen sein 100-jähriges Bestehen. Geradezu symbolisch für die schwerste Krise ausgerechnet zum Jubiläum: In der Not muss der Autobauer nun sogar seine spektakuläre Wolkenkratzer-Zentrale in Detroit zu Geld machen. (dpa)