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Ulrich Raulff (Hg.)
Vom Künstlerstaat
Foto: Verlag
Wo bleibt das Schöne in der Politik? Der Traum vom Künstlerstaat ist so alt wie der Staat selbst – und doch war er stets zum Scheitern verurteilt.
 
Politiker gelten nicht unbedingt als musische Menschen. Eher als Technokraten, bestenfalls gute Ökonomen oder Juristen, die sich durch einen ganz und gar pragmatischen Geist für ihre Tätigkeit qualifiziert haben. Hinsichtlich des Schönen, so scheint es, ist von ihnen nicht viel zu erwarten, denn die Ästhetik, also das Feld der Künstler, bleibt in der Politik außen vor.

Diese Klage ist so alt wie der Staat, und ebenso alt ist die Forderung, dass Künstler an seiner Spitze stehen sollten. Von Nero, der die Politik um den grausamsten Preis zu ästhetisieren versuchte, über Schiller und den George-Kreis wurde dieser Traum geträumt – niemals ist er aber in der Realität geglückt. Und so laufen die Beispiele, die die in dem Band «Vom Künsterstaat» versammelten Aufsätze erzählen, allesamt darauf hinaus, dass die Versöhnung des Ästhetischen und Poltischen in der Realtiät zum Scheitern verurteilt war. Künstler und Herrscher sind eben Antipoden, das beweist das Verhältnis von Anna Amalia und Goethe ebenso, wie dasjenige zwischen Wagner und Ludwig II.

Ulrich Raulff hat dieses Buch, in dem verschiedene Geisteswissenschaftler zu Wort kommen, herausgegeben. Er war Redakteur der FAZ und der Süddeutschen Zeitung, bevor er im Jahr 2004 Leiter des Marbacher Literaturarchivs und des Schiller-Nationalmuseums wurde. (nz)


Foto: Verlag
Ulrich Raulff (Hg.):
Vom Künstlerstaat,
Edition Akzente Hanser 2006,
188 Seiten,
16,90 Euro

 
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