Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI Einführung in das Christentum  | | | Foto: Verlag |
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Gott ist Logos – und wenn die Dinge dem Menschen oft dunkel erscheinen, so liegt das daran, dass die Vernunft Gottes diejenige des Menschen unendlich weit überschreitet. Dies erläuterte der neue Papst in seinem Hauptwerk von 1968.
Als Kardinal Joseph Ratzinger Papst wurde, geriet neben vielen anderen seiner Buchpublikationen auch sein Hauptwerk wieder in den Blick einer breiten Leserschaft. Dabei ist die «Einführung in das Christentum», das der Theologe bereits 1968 geschrieben hatte, kein leichtverständliches Werk. Es setzt sich ganz grundsätzlich mit dem Wesen des christlichen Glaubens auseinander, und den Bedingungen, denen er im 20. Jahrhundert ausgesetzt ist. In welchem Verhältnis stehen Glaube und Vernunft zu einander, welchen Status haben die in der Bibel bezeugten Wunder, wie verhält es sich mit der Gestalt des christlichen Heilands, seiner Auferstehung und Himmelfahrt? Ratzingers Anliegen war und ist es, den christlichen Glauben gegen jeden Relativismus etwa von Seiten der historischen Bibelforschung zu verteidigen und die mystische Dimension des Gottesbegriffs als eine Realität des Glaubens und Denkens zu profilieren. Letztere stehen für Ratzinger nicht nur in keinem Widerspruch, sie bedingen sich. Denn seit dem Johannes-Prolog sieht Ratzinger den Logos im Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Gott ist Logos und somit auch der Bürge für die Vernünftigkeit der Welt und des Seins. Wenn die Dinge dem Menschen oft dunkel erschienen, so liege das daran, dass die Vernunft Gottes die unsere eben unendlich weit überschreite. Die Vernunft, so Ratzinger, «kann von Gott reden, sie muss von Gott reden, sonst amputiert sie sich selbst.» (nz)
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Joseph Ratzinger / Benedikt XVI: Einführung in das Christentum, Kösel 2000, 365 Seiten, 21,95 Euro
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