Jörg Blech Heillose Medizin  | | | Foto: Verlag |
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Viele Menschen gehen viel zu häufig zum Arzt, sagt Jörg Blech. Denn viele Therapien seien von zweifelhaftem medizinischen Nutzen. Wer mehr über sich weiß, lässt sich weniger behandeln.
Wenn von der Krise des Gesundheitssystems die Rede ist, erscheint es zumeist so, als könnten es sich die Menschen bald nicht mehr leisten, zum Arzt zu gehen. Man kann aber mit dem Autor Jörg Blech auch die Frage stellen, ob sich nicht viel zu viele Menschen derzeit viel zu häufig behandeln lassen. Der Autor ist sich sicher: systematisch werden Patienten sinnlosen Therapien ausgesetzt, deren medizinischer Nutzen zweifelhaft ist. Sie spülen den Ärzten Geld in die Kassen und nutzen den Umstand aus, dass Menschen sich umso öfter behandeln lassen, je schlechter ihr medizinischer Informationsstand ist. In «Heillose Medizin» hat Blech vor allem Briefe und vertraulich weitergegebene Informationen von Ärzten ausgewertet, die genau diesen Verdacht erhärten. Detailliert zeichnet der Autor nach, welch unsinnige Therapien in großem Stile gegen Bandscheibenverschleiß, Krebsvorsorge, Arthrose, Alzheimer, Osteoporose und Herzleiden eingesetzt werden. Wer sich mit einem Klingeln im Ohr freiwillig an einen Tropf hängt, so Blech, erliege einer ärztlichen Fiktion, denn keine einzige Substanz, die hier zum Einsatz komme, sei in ihrer Wirksamkeit belegt worden. Einen Ausweg sieht der Autor aus dieser Situation: «Wissen ist die beste Medizin». Am besten sei es also, einen Arzt aufzusuchen, der auch einmal darauf verzichte, ein Medikament zu verschreiben. Patienten sollten mehr Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen. (nz)
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Jörg Blech: Heillose Medizin, Fragwürdige Therapien und wie Sie sch davor schützen können, S. Fischer 2005, 240 Seiten, 17,90 Eur
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