Claudius Seidl Schöne junge Welt  | | | Foto: Verlag |
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Die Dreißig- bis Fünzigjährigen von heute weigern sich partout, erwachsen zu werden. Claudius Seidl hat ein Buch über grassierenden Jugendlichkeitswahn geschrieben.
An seinem vierzigsten Geburtstag unternahm Claudius Seidl einiges, um sich zu versichern, dass er zwar nun seine Jugend, nicht aber seinen jugendlichen Lebensstil hinter sich gelassen habe. Er feiert in den Tag hinein, wacht mit einem Kater auf, und fährt nach einer halben Flasche Wasser und vier starken Tassen Kaffee mit dem Fahrrad zur Arbeit, wo er Witze vor allem auf Kosten derjenigen Kollegen macht, die ihm mit einer Flasche Champagner höflich zum runden Geburtstag gratulieren wollten. «Ich habe ein gutes Leben», resümiert Seidl diesen Tag – «Warum macht es mich trotzdem traurig? Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass ich zehn Jahre zu alt für dieses Leben bin?» In seinem Buch «Schöne junge Welt» widmet sich Seidl, der beim «Spiegel» und der «Süddeutschen Zeitung» gearbeitet hat und heute Feuilletonchef der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» ist, der Frage, warum so viele Dreißig- bis Fünfzigjährige sich heute so partout dagegen wehren, erwachsen zu werden. Warum sich eine ganze Generation zu ewiger Jugend verdammt sieht, und sich weigert, die «Dinge endlich in die Hand zu nehmen». Wenn aber Freizeit- und Karriereplanung so sehr auf dieses Jugendlichkeitsdeal abgestimmt sind, dann schlagen die unübersehbaren biologischen Alterserscheinungen besonders hart zu Buche. Claudius Seidl ist Jahrgang 1959, wurde in Würzburg geboren und hat in München Theater, Kommunikation und Politik studiert. (nz)
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Claudius Seidl: Schöne junge Welt, Warum wir nicht mehr älter werden, Goldmann 2005, 192 Seiten, 18 Euro
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