Kostbarkeiten der Berliner Gartendenkmalkunst  |  Garten Villa Lemm in Berlin-Spandau | | Foto: Verlag |
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Das Berliner Landesdenkmalamt hat den Privatgärten der Hauptstadt einen fulminanten Bildband gewidmet. Erstmals werden damit die zum Teil denkmalgeschützten Grünanlagen einer großen Öffentlichkeit vorgestellt.
Von Andreas BarzWie in keiner anderen europäischen Großstadt findet sich in Berlin eine Vielzahl öffentlicher Park- und Gartenanlagen sowie ausgedehnter Wald- und Seengebiete. Dass Berlin aber auch mit herausgehobenen und prachtvollen privaten Gartenanlagen aufwartet, war bislang nur wenigen Eingeweihten bekannt. Das Berliner Denkmalamt hat in seiner Reihe «Beiträge zur Denkmalpflege» erstmals einen umfangreichen Katalog herausgegeben, in dem die wertvollen Gartenanlagen Berlins vorgestellt und umfangreich bebildert werden. Ergänzt durch umfangreiches Archiv- und Planmaterial werden die einzelnen Gärten, nach Ortsteilen untergliedert, ausführlich beschrieben.
Autobahn statt Gartendenkmal Darunter finden sich Refugien wie der Stadtgarten der Villa Grisebach, der als einer der letzten innerstädtischen Gärten des ausgehenden 19. Jahrhunderts den Krieg überstand und dennoch nach dem Willen der Planer in den Nachkriegsjahren einer verkehrsgerechten und funktionsgetrennten Stadtgestaltung weichen sollte. Die Autobahnpläne verschwanden zum Glück in den Schubladen der zuständigen Senatsverwaltung und so konnte die Gartenanlage zur 750-Jahrfeier 1987 aufwendig wiederhergestellt und öffentlich zugänglich gemacht werden.Das wertvolle Buch ist zugleich Zeugnis der enormen Leistungen der Berliner Gartendenkmalpflege, die in den letzten 15 Jahren Erstaunliches zutage brachte. Denn wie andernorts auch sind die Grundstücksbesitzer oftmals nicht pfleglich mit ihrem grünen Erbe umgegangen beziehungsweise sind die Gärten nach Zwangsräumung der ehemaligen Eigentümer im Dritten Reich nach Kriegsende in Vergessenheit geraten und nicht selten verwildert.
Wassersportler in Liebermann-Villa So konnte mit der Wiederherstellung des Gartens der Liebermann-Villa am Großen Wannsee erst Ende der 1990er Jahre begonnen werden, als der langjährige Nutzer, ein Wassersportverein, Haus und Garten der Liebermann Gesellschaft überließ. In unzähligen Bildern hat Max Liebermann seinem Arkadien ein farbenprächtiges Denkmal gesetzt, anhand derer die Berliner Gartendenkmalpflege die ursprüngliche Gestalt des Gartens zunächst freilegen und anschließend originalgetreu rekonstruieren konnte. Ganz in der Nähe der Liebermann-Villa erstreckt sich auf einem ausgedehnten und topographisch reizvollen Grundstück die Gartenanlage des Fabrikanten Malier, der den Messel-Schüler Paul Baumgarten 1914 mit dem Bau einer repräsentativen Villa beauftragte. Der Garten, der das zentrale Wohngebäude umschließt, entspricht einem reformierten Gartenstil, der am Anfang des 20. Jahrhunderts die Lenné-Schule mit ihren verschlungenen Wegen ablöste. Das Gebäude, in dem 1942 die «Berliner Wannseekonferenz» stattfand, auf der die Vernichtung der europäischen Juden beschlossen wurde, ist inzwischen Gedenkstätte. Der Garten wurde ab 1991 aufwendig wiederhergestellt und ist der Öffentlichkeit zugänglich.
Diplomaten im Borsig-Garten
 |  Garten der Villa Borsig in Berlin-Tegel | | Foto: dpa |
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Für die Öffentlichkeit unzugänglich ist auch der unlängst wiederhergestellte Garten des Fabrikanten Borsig im Stadtteil Tegel. Die Villa, die Anfang der 1990er Jahre vom damaligen Bundeskanzler, Helmut Kohl, als Residenz vorgesehen war, beherbergt mittlerweile die Diplomatenschule des Außenamtes. Der Landschaftspark blieb bis auf die ehemalige Gärtnerei mit seinem Wegesystem und umfangreichen Gehölzbestand erhalten und wird derzeit denkmalgerecht erneuert.Das Buch schließt mit ausführlichen biographischen Essays der wichtigsten Berliner Gartenarchitekten unter ihnen Hermann Mattern, der neben zahlreichen Privatgärten die Grünanlagen des Hansaviertels, des Kulturforums und des Berliner Studentendorfes Schlachtensee entwarf.
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Jörg Haspel und Klaus-Henning von Krosigk (Hrsg.) Gartendenkmale in Berlin. Privatgärten. Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin (Band 21). Michael Imhof: Petersberg. 336 Seiten, 34,90 Euro.
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