Jürg Altwegg Ein Tor, in Gottes Namen!  | | | Foto: Verlag |
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Fußball ist die Religion der Gegenwart. Und somit eine entscheidende gesellschaftliche Institution. Sogar Osama bin Laden ging mit Vorliebe ins Stadion.
Welche gesellschaftliche Institution ist heute noch in der Lage, die großen Emotionen der Masse zu wecken? Jürg Altwegg ist sich sicher: Was einmal die Kirche auf diesem Feld geleistet hat, gelingt heute nur noch dem Fußball. Die Stadien sind also die Kathedralen der Gegenwart, die Gesänge der Fans die zeitgenössischen Choräle, und der Meisterschaftspokal hat den Abendmahlskelch abgelöst.Zugleich scheinen die Regeln des Spiels auf archaische Riten zurückzugreifen. Denn schon die Azteken spielten sich mit den Füßen die Schädel ihrer unterlegenen Feinde zu. Das Spiel greift auf die alten Formen des Krieges zurück und erlaubt somit eine geregelte Abfuhr von Aggressionen und Trieben. Und sogar Osama bin Laden war ein großer Fußballfan. Immer wieder wurde er im Stadion von Arsenal London gesehen, und von den Fans dort auch nach dem 11. September noch gefeiert: «He's hiding near Kabul. He loves the Arsenal. Osama. Oh, oh, oh», ertönte damals ein Schlachtruf im Highbury-Stadion. Fußball, Politik und Religion sind für den Publizisten Jürg Altwegg zusammenhängende Phänomene. Der 1951 in Zürich geborene Autor hat als Frankreich-Korrespondent für Schweizer Zeitungen und «Die Zeit» gearbeitet, bevor er 1988 Redakteur der «FAZ» wurde. In seinen Büchern setzte er sich vor allem mit seinem Heimatland auseinander, zuletzt in «Ach, du liebe Schweiz», «Kuhschweizer und Sauschwaben» und «Helvetia im Außendienst». (nz)
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Jürg Altwegg: Ein Tor, in Gottes Namen! Hanser 2006, 252 Seiten, 17,90 Euro
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