«Sie sind ein ganz großes Schwein, die TITANIC! Man sollte Sie auswandern!» giftete ein anonymer Anrufer im Juli des Jahres 2000 ins Telefon der Redaktion des berühmten Frankfurter Satiremagazins. Was war passiert? Die Titanic hatte 24 Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomittees, die in einem Frankfurter Hotel untergebracht waren und über die Vergabe der nächsten Fußballweltmeisterschaft zu entscheiden hatten, gefälschte Bestechungsfaxe zukommen lassen. «In Anerkennung Ihrer Unterstützung», hieß es darin, «würden wir Ihnen gerne ein kleines Geschenk für Ihre Stimme für Deutschland zukommen lassen. Zögern Sie nicht, mit uns in Verbindung zu treten». In einem zweiten Fax wurde den Funktionären angekündigt, um was für ein Geschenk es sich dabei handeln würde: typisch deutsche Erzeugnisse wie Schwarzwälder Schinken und Kuckucksuhren wurden in Aussicht gestellt.
Die Aktion löste damals einen handfesten Skandal aus: die internationale Öffentlichkeit war empört, und einen Moment schien es so, als könne die nachfolgende Entscheidung des Komitees, die Deutschland zum Gastgeberland der WM kürte, sogar annulliert werden.
In dem schmalen Büchlein «Ich tat es für mein Land» dokumentiert Sonneborn nun noch einmal den genauen Hergang dieser spektakulären Aktion. Detailliert schildert er die Chronologie der gefälschten Bestechung, das deutsche und internationale Presseecho und die Reaktion des DFB. Sonneborn bedankt sich aber auch noch einmal bei Franz Beckenbauer: «Ohne ihn wäre das freche Bubenstück aus der Titanic-Redaktion nicht möglich gewesen; die WM 2006 wohl beim Neger in Südafrika gelandet. (nz)