Christian Georg Salis Der Böse steht noch einmal auf  | | | Foto: Verlag |
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Jeder Kinogänger weiß, wie eine Verfolgungsjagd funktioniert, und sei sie noch so unwahrscheinlich. Die Klischees des Kinos zeichnen schließlich ein Portrait unserer Träume.
Der Film hat seine eigenen Gesetze. Explodiert zum Beispiel in einem amerikanischen Actionstreifen ein Auto, so kann man darauf wetten, dass es meterhoch durch die Luft fliegt. Fußgänger bleiben, so viel Blechschaden eine Verfolgungsjagd auch produzieren mag, stets unversehrt, und wenn ein Taxifahrer gebeten wird «diesem Wagen zu folgen», kann man sicher sein, dass er sich noch auf die halsbrecherischste Fahrt einlassen wird.Beim Sex ist es so, dass nicht gelacht und auch nicht geschwitzt wird, die Frau die Augen schließt und sich bis zum Hals in die Decke hüllt, während der Oberkörper des Mannes in voller Pracht sichtbar daliegt. Filmische Klischees sind jedem Kinogänger so vertraut, dass er irritiert ist, wenn noch das unsinnigste von ihnen einmal ausbleibt. Christian Georg Salis hat sich mit dem Band «Der Böse steht noch einmal auf» die Mühe gemacht, unzählige dieser kinematografischen Erzählbausteine zusammenzutragen. Sie machen die geträumten Wirklichkeiten, die das Kino seinen Zuschauern für begrenzte Zeit liefert, aus. Sie sind zugleich ein Portrait unserer Zeit und unserer Kultur. (nz)
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Christian Georg Salis: Der Böse steht noch einmal auf, Schüren 2006, 112 Seiten, 9,90 Euro
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