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Bert Rebhandl Orson Welles  | | | Foto: Verlag |
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Orson Welles gilt heute als Genie. Abseits großer Filme wie «Citizen Kane» oder «Der dritte Mann» hat der Regisseur aber auch zahllose Projekte unverwirklicht lassen müssen.
Die Tatsache, dass Steven Spielbergs Filmversion von «Krieg der Welten» im Moment überall im Format des Popcornkinos konsumiert wird, sollte nicht vergessen lassen, dass derselbe Stoff einmal die Massen in Panik versetzt hat. Orson Welles Science-Fiction-Hörspiel aus dem Jahr 1938 mutete den Hörern seinerzeit so realistisch an, dass sie während der Sendung fluchtartig ihre Häuser verließen.Zu diesem Zeitpunkt war Orson Welles als Regisseur noch kaum bekannt, und es dauerte bis zu seinen Filmen «Citizen Kane» und «Der dritte Mann», bis er zu einem Ruf gelangte, für den die Filmgeschichte heute gemeinhin den Begriff Genie einsetzt. Der Kritiker und Filmwissenschaftler Bert Rebhandl, Jahrgang 1964, hat nun eine Biografie des großen Regisseurs vorgelegt, in der er sein Leben und Schaffen von den glorreichen Anfängen bis zu seinem Tod im Jahr 1985 nachverfolgt. Da arbeitete der Regisseur gerade an einer wenig vielversprechenden Verfilmung des «King Lear», die in der Wüste von Utah entstehen sollte. Rebhandl zeigt Welles nicht nur als Regisseur, Schauspieler und Theatermacher, sondern auch als Objekt politischer Repression, denn wie Ernest Hemingway, Charlie Chaplin und andere namhafte amerikanische Künstler war er in den Ruf einer gefährlichen kommunistischen Gesinnung geraten. Außerdem belegt der Autor, dass neben den kanonisch gewordenen Filmen von Welles zahllose Projekte unverwirklicht geblieben sind. Deren Spuren sind mindestens so interessant wie das, was heute noch auf der Leinwand oder im Fernsehen zu sehen ist. (nz)
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Bert Rebhandl: Orson Welles, Genie im Labyrinth, Zsolnay 2005, 192 Seiten, 21,50 Euro
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