Seymour Chatman, Paul Duncan: Michelangelo Antonioni  | | | Foto: Verlag |
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Michelangelo Antonionis Filme sind von der Überzeugung getragen, dass Bedeutung nicht einfach im Gesagten endet. Ein neuer Band über das Schaffen des 92-jährigen Meisterregisseurs.
Auf der Berlinale ist gerade wieder ein Meisterwerk des italienischen Neorealismus zu sehen: «Il deserto rosso» (Die rote Wüste) – Regisseur: der mittlerweile 92-jährige Michelangelo Antonioni. Seine Filme haben die Geschichte des europäischen Kinos maßgeblich geprägt. Superstizione, Die Nacht, Blow up, Beruf: Reporter und Zabriskie Point waren für ganze Generationen von Regisseuren stilbildend und haben Schauspielern wie Jeanne Moreau, Monica Vitti, Alain Delon und Jack Nicholson große Rollen ermöglicht.Antonioni galt über die ganze Dauer seines filmischen Schaffens als kompromissloser Vertreter der Moderne und war niemals einem simplen Realismus verpflichtet. Wie es der französische Philosoph Roland Barthes beschrieb, hat Antonioni sich bemüht, «die Bedeutung dessen, was der Mensch sagt, erzählt, sieht oder fühlt, subtil zu machen, und diese subtile Art, die Überzeugung, dass Bedeutung nicht plump im Gesagten endet, sondern fortlebt, fasziniert durch das, was nicht Bedeutung ist.» Im Taschen-Verlag haben Seymour Chatman und Paul Duncan einen Band herausgegeben, der in chronologischer Abfolge auf alle Filme des Meisters zu sprechen kommt. Unter den Begriffen 'Spuren', 'Codes', 'Reisen' und 'Geheimnisse' vollziehen die Autoren die künstlerische Vita Antonionis von ihren Anfängen bis ins Jahr 2004 nach. Der Band spart auch das malerische Schaffen des Regisseurs nicht aus. Standbilder aus Filmen und Fotografien von den Dreharbeiten illustrieren die kenntnisreichen Texte. (nz)
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Seymour Chatman, Paul Duncan (Hg.): Michelangelo Antonioni, Sämtliche Filme, Taschen 2004, 192 Seiten, 14,99 Euro
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