Alain Silver, James Ursini, Paul Duncan: Film Noir  | | | Foto: Verlag |
|
Hartgesottene Krimis auf der Suche nach dem perfekten Verbrechen. Der amerikanische Film Noir steht in der Tradition von Raymond Chandler und Dashiell Hammett.
Es war Lloyd Shearer, ein Filmkritiker der «New York Times», der bereits 1945 eine neue Art von Hollywoodfilmen beschrieben hatte: einen Trend «zur Massenproduktion lüsterner, hartgesottener, blutrünstiger Kriminalgeschichten, die mit einer Kombination aus plausibel motivierten Morden alle einem Thema folgen und durchsetzt sind mit kräftigen freudianischen Anspielungen.» Der französische Kritiker Jean-Pierre Chartier schrieb ein Jahr später, dass die «Amerikaner auch schwarze Filme» machen würden, genauso wie die Franzosen, die 1946 zum ersten Mal vom Genre des Film Noir sprachen. Film Noir hat sich schließlich auch als Bezeichnung für amerikanische Gangsterfilme eingebürgert, die die literarische Tradition der Hard-Boiled-Novel – also jene lakonischen und brutalen Krimis aus der Feder Dashiell Hammetts oder Raymond Chandlers – auf der Leinwand fortsetzte. Immer wieder inszenieren diese Filme das Motiv des Mordes aus Habsucht, die Frage nach dem perfekten Verbrechen und Liebesgeschichten, die sich auf der Flucht vor Strafverfolgung und wider die Ruppigkeiten von Männern auf beiden Seiten des Gesetzes bewähren müssen. Der reich bebilderte Band «Film Noir» aus dem Taschen-Verlag dokumentiert das Genre anhand seiner Geschichten und historischen Entwicklung, außerdem beinhaltet das Buch eine ausführliche Chronologie und Filmografie. Standbilder, Aufnahmen vom Set und Filmplakate geben einen guten visuellen Überblick über den Film Noir. (nz)
 | | | Foto: Verlag |
|
Alain Silver, James Ursini, Paul Duncan: Film Noir, Taschen Verlag 2004, 192 Seiten, 14,99 Euro
|