Gemeinsam warten auf Godot  |  Samuel Beckett | | Foto: dpa |
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100 Jahre wäre der Schriftsteller Beckett im April geworden. Der Hörverlag hat eine Werkauswahl zusammengestellt - dazu gehört sogar eine Originalton-Aufnahme des Autors.
Schopenhauer meinte, die Menschen täten sich nur deshalb zusammen, um sich nicht allein zu langweilen. Kaum einer hat diese Theorie der Geselligkeit so ernst genommen wie Samuel Beckett: Ob Didi und Gogo oder Hamm und Clov – zu sagen haben sie einander kaum etwas, warum sie zusammenleben oder worauf sie warten wird nie plausibel. Aber sie bleiben beieinander, plaudern, quälen sich von einer Minute zur nächsten und schlagen so die Zeit tot. «Eines Tages wurden wir geboren, eines Tages sterben wir, am selben Tag, im selben Augenblick», stellt Pozzo in Warten auf Godot etwas maulfaul, aber dennoch treffend fest. Schmerzhaft ist das schon. Aber zugleich sind Becketts Helden von einer zarten Sanftmut und Traurigkeit beseelt, und so bitter ihre Worte klingen mögen – böse sind sie nie, und ein Pessimist ist Beckett auch nicht.
Hoffen auf Godot Warten auf Godot beispielsweise dreht sich um Grundbedingungen des Seins: hoffen und warten. Aber worauf? Obwohl der Leser ahnt, dass der Bote immer und immer wieder kommt und sagt, Godot komme nicht – einmal könnte es doch sein, dass er etwas anderes sagt und ankündigt «Godot kommt!» Was das bedeuten würde, wissen wohl nicht einmal Wladimir und Estragon. Aber ist es wichtig? Der Regisseur Werner Düggelin, der als einer der ersten Beckett in Frankreich auf die Bühne brachte, vermutete, mit Godot käme die Erlösung – von allem. Den Godot nannte er deshalb ein «gläubiges» Stück. Am 13. April wäre Beckett 100 Jahre alt geworden. Zum Geburtstag hat der Hörverlag eine Werkauswahl zusammengestellt. Überraschendes und Clowneskes, Tragisches und manchmal Komisches – Beckett in seiner Vielfalt, Widersprüchlichkeit und Schroffheit, von den Dramen über die Prosaarbeiten bis zu Becketts Lyrik. Entstanden ist dabei eine Sammlung mit den Stimmen von Heinz Rühmann, Otto Sander, Peter Fitz, Martin Wuttke und vielen anderen. Die CDs bringen Auszüge nicht nur aus den Klassikern wie Warten auf Godot, sondern auch aus weniger bekannten Werken wie All that fall oder Um abermals zu enden und anderes Durchgefallenes. Sogar die einzige originale Tonbandaufnahme von Beckett zur Produktion von What where ist zu entdecken. (nz)
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Samuel Beckett. Wir sind Zauberer. Drama, Hörspiele, Prosa, Gedichte und Originalton- Aufnahmen. München: Hörverlag 2006, 6 CDs. 49,95 Euro.
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