20.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Da hilft auch kein staatlich gefördertes A++-Gerät
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Technik ist da - nur kauft kaum jemand stromsparende Geräte. Um das Klima besser zu schützen, ruft die Elektroindstrie nach dem Staat.
Die Elektrobranche hat staatliche Anreize beim Kauf Energie sparender und somit Klima schonender Produkte gefordert. Schon heute könnten damit in Deutschland mehr als 40 Milliarden Kilowattstunden Strom eingespart werden, sagte das Vorstandsmitglied des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Kurt-Ludwig Gutberlet, am Dienstag in Berlin. Die Stromeinsparung entspräche dem Verbrauch des Landes Hessen oder der Erzeugung von 16 Kraftwerksblöcken mit einer Leistung von je 400 Megawatt. Der Ausstoß von 22 Millionen Tonnen CO2 könnte pro Jahr vermieden werden.
Die Technik für eine solche Energieeinsparung sei bereits verfügbar, sagte Gutberlet. Doch technische Exzellenz und wirtschaftliche Vorteile durch weniger Energieverbrauch allein reichten nicht aus, um den Verbraucher zum Neukauf zu animieren, zumal die Produkte sehr langlebig seien. Mit einem zeitlich begrenzten «Impulsprogramm» sollte deshalb der Staat schnell zusätzliche finanzielle Anreize schaffen.
Kritik an UnternehmenssteuerreformSo sollte der Kauf eines Kühl- und Gefriergerätes der höchsten Effizienzklasse A++ mit 150 Euro gefördert werden, schlug Gutberlet vor. Ein solches Gerät koste im Durchschnitt 700 Euro und ist damit um 250 Euro teurer als ein Gerät der niedrigeren Effizienzklasse A. Allerdings betrage das Energiesparpotenzial 40 Prozent.
Für Maschinen und Anlagen in der Industrie wie Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren oder Zentrifugen, bei denen mit 27 Milliarden Kilowattstunden das höchste Einsparvolumen liege, sollte die degressive steuerliche Abschreibung fünf Jahre fortbestehen. Die Bundesregierung will diese Möglichkeit mit der für 2008 geplanten Unternehmenssteuerreform abschaffen.
40 Jahre alte TechnikMit elf Milliarden Kilowattstunden gebe es auch in der Beleuchtungstechnologie ein erhebliches Einsparpotenzial, hieß es beim ZVEI. Nicht so sehr der privat Bereich, der hier etwa 20 Prozent des Stromverbrauchs ausmache, sondern der professionelle Bereich wie Straßen- oder Bürobeleuchtung, der sich auf 80 Prozent belaufe, sei erneuerungsbedürftig. 30 Prozent der Straßenbeleuchtung werde mit der Technik der 60er Jahre betrieben. 30 Jahre würde es dauern, um flächendeckend eine energieeffiziente Straßenbeleuchtung zu installieren.
Nach den Worten von Gutberlet profitieren alle Beteiligten von einem staatlichen Anreizsystem zum Energiesparen. Durch den Technologieschub könnten der Export forciert und damit auch 4000 bis 5000 neue Arbeitsplätze in der Branche geschaffen werden. Der Staat spare zudem bei der Finanzierung seiner CO2-Minderungsziele. (dpa)