Man könnte meinen, dass es sich beim Surfen um eine noch relativ junge Strandvergnügung handelt. Von kalifornischen Hippies erfunden und Bands wie den Beach Boys rund um die Welt populär gemacht. Das stimmt aber nicht. Surfen, das belegt der Band «Endloser Sommer. Ein literarischer Surftrip», reicht bis in die graue Vorzeit Tahitis, wo es heißt, dass die Götter nicht nur die Welt erschufen, sondern die Menschen auch mit der Gabe segneten, auf dem Wasser zu laufen.Jahrhunderte, bevor der erste Europäer den Boden einer pazifischen Insel betreten hatte, war «He'e nalu», wie die hawaiianische Urbevölkerung das Wellenreiten nannte, weit verbreitet. Nackte Männer und Frauen glitten dabei auf Holzplanken vor den bis heute beliebten Traumstränden ihrer Inseln und verstanden diese Tätigkeit als direkten Kontakt zu ihren Göttern.
Captain Cook, der die Bucht von Kealakekua im Jahr 1779 zu Gesicht bekam, hat diesen Sport als erster beobachtet und in seinen Logbüchern davon berichtet. Später erlangten puritanische Missionare die Kontrolle über diese Inseln und drängten das anstößige Treiben der nackten Artisten im Wasser zurück. Um 1900 war das Surfen beinahe ausgestorben.
Erst im letzten Jahrhundert erlebte es seine zweite Karriere, maßgeblich befördert durch die Schriftsteller Mark Twain und Jack London, die sich beide auch im Wellenreiten versuchten. Für den ganz großen Durchbruch des Surfens als Massensport, sorgte allerdings der wellenreitende Teenager Kathy Kohner, deren Geschichte zu einem erfolgreich verfilmten Romanbestseller wurde.
Es folgten: die Beach Boys, der Comic «Silver Surfer», ein Film namens «Dark Star» und viele weitere Romane, die ausschnittsweise in «Endloser Sommer» versammelt sind. Das im Tropen-Verlag herausgegebene Kompendium ist ein Lesebuch für geschichtliche Interesssierte und solche Surfer, die ihrem Lieblingssport mehr abgewinnen wollen, als nur den Kick von Geschwindigkeit und Gefahr. (nz)