Antoni Gaudí i Cornet, in aller Welt bekannt als Gaudí, ist der berühmteste Architekt Katalaniens und gilt weltweit als einer der wichtigsten Vertreter der architektonischen Moderne überhaupt. Der markantestete Beleg dieses Umstandes ist die Sagrada Familia, der Felsendom, der das wichtigste und meistbesuchteste Wahrzeichen der Stadt Barcelona ist.Gaudí, der am 25. Juni 1852 geboren wurde und am 10. Juni 1926 starb, hat aber über diesen Sakralbau hinaus das Gesicht Barcelonas und dasjenige des ganzen Landes geprägt. Er hat weiche und zerklüftete Fassaden und schiefe Dächer gebaut, Parks angelegt und Bänke und Straßenlaternen entworfen. Mit seinem Stil, der sich der Gotik ebenso bediente wie den in der Natur vorkommenden morphologischen Gestalten, stand Gaudí weitgehend allein und spielte eine wichtige Rolle unter den Intellektuellen seiner Zeit.
Er war dabei kein nüchterner Technokrat, sondern ein stets leidenschaftlicher Verfechter teils extremer Ansichten. So kam es, dass Gaudí, der in seiner Jugend ein glühender Atheist gewesen war und Kirhengänger nach dem Gottesdienst beschimpft hatte, zum ersten Sakralbaumeister seines Landes wurde.
Mit dem vorliegenden biografischen Essay, der nun auch ins Deutsche übersetzt worden ist, hat der 1891 geborene und 1981 verstorbene katalanische Schriftsteller Josep Pla seinem Landsmann ein Denkmal gesetzt. Pla, der nur wenige Romane und Erzählungen, sondern hauptsächlich Tagebücher und Erinnerungen geschrieben hat, ist gerade in Deutschland noch weitgehend unbekannt. (nz)