Michael Rudolf Der Pilsener Urknall  | | | Foto: Verlag |
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Biertrinken ist, entgegen anderslautenden Gerüchten, eine Angelegenheit für Kenner. Zwar herrscht in Deutschland kein Mangel an schlechten Brauereien, aber in einigen Gegend ist das Lieblingsgetränk der Deutschen noch immer noch eine Art Zaubertrank.
Wer noch immer denkt, dass es beim Biertrinken nicht so darauf ankäme, und Kennerschaft und Geschmacksverfeinerung dem feineren Wein vorbehalten seien, kann sich hier eines besseren belehren lassen. Der 1961 geborene Michael Rudolf ist gelernter Brauingenieur und hat ein Buch über die Kultur des Biermachens und Biertrinkens geschrieben. Die meisten Biere können den Kenner Rudolf nicht zufrieden stellen, genauestens setzt er sich mit den einzelnen Herstellungsverfahren auseinander und widmet sich dabei den großen Marken wie den kleinen Eigenheimbrauereien, vor denen eindringlich gewarnt wird. Rudolf schreibt über den Bierrausch aber auch über die «Clausthalerisierung» und alkoholfreie Partys im Spätsommer. Er besucht Brauereien in München, Fürth, Böhmen, Belgien und der Schweiz, erläutert die Unterschiede, die die Qualität des Getränks schon bei der Frage nach dem Brauwasser ausmachen und gibt detaillierte Einblicke in die Technologie der Bierherstellung. Brauen, so Rudolf, ist eine Kunst, darin ist er sich auch mit Steffan Wendt von der Berliner Bier-Company einig, den er für seinen Band interviewt hat. Und mit einem Mythos räumt Rudolf dann auch noch auf: dass nämlich ganz Deutschland von miesen Brauereien unterworfen sei, und alle «nur noch miese Bierchen trinken» müssten. Noch immer gebe es diese Orte, wo Bier tatsächlich ein Zaubertrank sei. Nur Krombacher müsse es nicht unbedingt sein. (nz)
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Michael Rudolf: Der Pilsener Urknall, Reclam Leipzig 2004, 160 Seiten, 8,90 Euro
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