24. Mrz 2007 14:41
Bei Lesungen und Diskussionen stellten bis zum Abend Autoren wie Wilhelm Genazino, Louis Begley, Ingo Schulze, Liza Marklund oder DBC Pierre ihre neuen Werke vor. Der 103-jährige Schauspieler Johannes Heesters wollte bei der Messe einen Bildband über sein Lebenswerk präsentieren. Für den Abend war im Schauspielhaus eine Lesung zum 80. Geburtstag des Autors Martin Walser geplant.Auch der Schauspieler und Hörbuch-Sprecher Rufus Beck präsentierte sein Buch «Kinder lieben Märchen ... und entdecken Werte». Er brach dabei eine Lanze für das Vorlesen. Eltern sollten selbst Fantasie entwickeln, sagte er. Rund 300 Zuhörer, vor allem Kinder, hingen an seinen Lippen, als er aus «Hänsel und Gretel» las. «Das, was man für Kinder liest, muss man vor Augen haben», sagte er. Wenn er schreibe und inszeniere, mache er das eigentlich weniger für Kinder als für sich selbst. «Es ist mehr für das Kind in mir, es muss mir Spaß
machen.»
Hunderte von jugendlichen Manga-Fans bevölkerten die Messehallen. In aufwendigen, selbstgenähten Kostümen und ausgestattet mit überdimensional großen Fantasiewaffen, strömten sie der Halle zwei mit den Comic-Ausstellern zu. Grufties in Schwarz und mit bleich geschminkten Gesichtern, junge Mädchen mit knappen Röcken und schrillen Oberteilen zogen die Blicke auf sich. In der Aufmachung bis ins Detail ihren Comic-Helden nachempfunden, drängten sie sich an den Ausstellerständen, wo berühmte Zeichner Autogramme und Einblick in ihre Arbeitsweisen gaben.
Großes Interesse gab es auch für die Präsentation der osteuropäischen Staaten. Slowenien ist in diesem Jahr das Schwerpunktland der Buchmesse. Das junge EU-Mitgliedsland will über die Literatur mehr Touristen anlocken. «Es ist wichtig, so viele Leser zu bekommen wie möglich, weil das Land durch die Literatur bekannt wird», sagte Renata Muic vom slowenischen Verlag «Beletrina» der Deutschen Presse-Agentur. «Die Leute bestürmen uns regelrecht», sagte Muic. In der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik, die seit 1991 unabhängig ist, habe die Literatur eine gesellschaftlich große Bedeutung. «Wir mussten immer um unsere Sprache kämpfen, vielleicht ehren wir sie deshalb so sehr», sagte Muic. (dpa)