Start für Grass-Buch vorgezogen
16.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Auch der Internethändler Amazon registrierte ein reges Interesse für den Kauf des Buches. Die Vorbestellungen für die Autobiografie seien in die Höhe geschossen, hieß es. Demnach steht das Buch auf Platz zwei der vorbestellten Bücher.
Die Grass-Kritiker dürften sich wohl bestätigt fühlen. Mehrere Kritiker, darunter der frühere Berliner Kultursenator Christoph Stölzl, hatten Grass vorgeworfen, sein Bekenntnis zu Werbezwecken für sein neues Buch zu missbrauchen. «Wieder einmal hat sich der alte Literatur-Löwe Grass als genialer Medienprofi erwiesen», sagte Stölzl der Netzeitung. Dass ihn sein Gewissen zu dem Geständnis gezwungen habe, glaube niemand, der sich mit dem Verhältnis von Literatur und Moral auskenne.
Ähnlich äußerte sich der Zentralrat der Juden in Deutschland. «Die Tatsache, dass dieses späte Geständnis so kurz vor der Veröffentlichung seines neuen Buches kommt, legt (...) die Vermutung nahe, dass es sich dabei um eine PR-Maßnahme zur Vermarktung des Werkes handelt», sagte die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, der Netzeitung. (nz)

