«Solaris»-Autor Stanislaw Lem gestorben 27. Mrz 2006 16:39
 |  Stanislaw Lem | | Foto: dpa |
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Er war einer der bekanntesten Schriftsteller des Science-Fiction-Genres. Nun ist Stanislaw Lem tot. Er wurde 85 Jahre alt.
Stanislaw Lem ist tot. Und mit ihm einer der wichtigsten Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts. Lem, der am 12. September 1921 im ukrainischen Lviv (Lemberg) als Sohn eines Arztes zur Welt gekommen war, studierte von 1940 an in seiner Heimatstadt Medizin, musste während des Krieges aber als Schweißer für eine deutsche Firma arbeiten.Zugleich engagierte er sich in der Widerstandsbewegung gegen die deutschen Besatzer. Nach dem Krieg fiel seine Heimatstadt an die Sowjetunion, und Lem zog nach Krakau, wo er von 1946 bis zuletzt gelebt hatte.
Sternentagebücher Hier setzte er seine medizinischen Studien fort, widmete sich auch der angewandten Psychologie und entwickelte bereits die Themen, die er von nun an hauptsächlich auf dem Feld der Literatur weiter verfolgen sollte.Die enge Verbindung von Fiktion und Wissenschaft – Science Fiction im strengen Sinne also – charakterisierte von Beginn Lems Erzählungen und Romane, von denen der erste, «Der Mensch vom Mars», bereits 1946 erschien. Lems berühmtestes Buch wurde «Solaris» aus dem Jahr 1946, auch durch die beiden Verfilmungen von Andrei Tarkowski (1961) und Steven Soderbergh (2002). Die Romane «Planet des Todes» und «Der schweigende Stern» wurden ebenfalls verfilmt. Wichtig sind zudem die zahlreichen Erzählungen Lems, die unter anderem in der Sammlung «Die Sternentagebücher des Weltraumfahrers Ijon Tichy» aus dem Jahr 1961 zusammengefasst waren, und die philosophischen Werke des Autors.
Die erste Voraussetzung Lem prägte den Begriff der Futurologie, beschäftigte sich mit dem Marquis de Sade und der Spieltheorie, mit der Philosophie des Zufalls und immer wieder auch mit den Vernetzungstechniken unserer Gegenwart. Zurückgezogen lebte er zuletzt in Krakau, war aber als Kolumnist noch immer in der polnischen Öffentlichkeit präsent.Bis vor wenigen Jahren publizierte Lem auch in dem deutschen Internet-Magazin «Telepolis». Sein Augenmerk galt dabei insbesondere dem Internet und der Informationsexplosion, die er als bedeutendste Herausforderung unserer Zukunft ansah. Stanislaw Lem starb nun im Alter von 85 Jahren in einer Krakauer Klinik. Er hat die Geschichte der literarischen Science Fiction geprägt wie kaum ein anderer – und so ist diesem Verfechter der Selbstüberschreitung des Menschen ein Satz nachzurufen, den er selbst geschrieben hat: «Die erste Voraussetzung für Unsterblichkeit ist der Tod.» (nz)
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