netzeitung.deWalser geht juristisch gegen Reich-Ranicki vor

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Martin Walser (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Gegen die Antisemitismus-Vorwürfe von Marcel Reich-Ranicki wehrt sich Martin Walser nun mit juristischen Mitteln. Der Literaturkritiker akzeptierte eine Unterlassungs-Erklärung.

Marcel Reich-Ranicki hat eine von Martin Walser angedrohte Klage abgewendet. Der Litaturkritiker akzeptierte eine Unterlassungserklärung. Der Schriftsteller Walser hatte ihn aufgefordert, die in einem Interview geäußerten Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Autor nicht zu wiederholen. Das sagte der kaufmännische Leiter des Rowohlt Verlags, Eckhard Kloos, am Mittwoch in Hamburg.

Die Frist für die Unterzeichnung der Unterlassungserklärung endete am Mittwoch. Reich-Ranicki hielt sie ein.

In dem Interview mit der Zeitschrift «Bunte» hatte Reich-Ranicki über Walser gesagt: «Er hat, sinngemäß, geschrieben, dass die Juden, die den Holocaust überlebt haben, allein durch ihre Existenz ihren deutschen Zeitgenossen das Leben schwer machen. Mit anderen Worten: Er verübelt Juden, dass sie überlebt haben. Das ist durchaus kein Antisemitismus, das ist schon Bestialität».

Der Nachrichtenagentur dpa sagte Reich-Ranicki bereits am Mittwochnachmittag, es sei für ihn «überhaupt kein Problem», die Äußerungen zurückzunehmen. Vertreten wird Walser vom Juristen des Rowohlt Verlags, in dem seine Bücher erscheinen.

«Kein Kritiker darf einen Schriftsteller der Bestialität zeihen», betonte der kaufmännische Leiter Kloos. Er sprach von einem «Ausraster», der nichts mit Kritikereigenschaften zu tun habe. Reich-Ranicki begebe sich in einen Bereich der «Beleidigungen und menschlichen Missachtung», der nicht hinzunehmen sei. (nz)