Walser geht juristisch gegen Reich-Ranicki vor
In dem Interview mit der Zeitschrift «Bunte» hatte Reich-Ranicki über Walser gesagt: «Er hat, sinngemäß, geschrieben, dass die Juden, die den Holocaust überlebt haben, allein durch ihre Existenz ihren deutschen Zeitgenossen das Leben schwer machen. Mit anderen Worten: Er verübelt Juden, dass sie überlebt haben. Das ist durchaus kein Antisemitismus, das ist schon Bestialität».
Der Nachrichtenagentur dpa sagte Reich-Ranicki bereits am Mittwochnachmittag, es sei für ihn «überhaupt kein Problem», die Äußerungen zurückzunehmen. Vertreten wird Walser vom Juristen des Rowohlt Verlags, in dem seine Bücher erscheinen.
«Kein Kritiker darf einen Schriftsteller der Bestialität zeihen», betonte der kaufmännische Leiter Kloos. Er sprach von einem «Ausraster», der nichts mit Kritikereigenschaften zu tun habe. Reich-Ranicki begebe sich in einen Bereich der «Beleidigungen und menschlichen Missachtung», der nicht hinzunehmen sei. (nz)

