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netzeitung.deNorma Khouri entschuldigt sich

 Herausgeber: netzeitung.de

Im australischen Fernsehen hat die Bestseller-Autorin Norma Khouri eingeräumt, dass ihr Bestseller «Du fehlst mir, meine Schwester» kein Tatsachenbericht ist.

«Ich entschuldige mich bei allen Lesern, Verlagen und Agenten, dass ich nicht meine persönliche, ganze Geschichte erzählt habe», sagte die 34-jährige Norma Khouri einem australischen Fernsehsender.

Ihr Welt-Bestseller «Du fehlst mir, meine Schwester» war in Australien und in Deutschland nach Fälschungsvorwürfen Ende Juli vom Markt genommen worden.

Das Buch ist bisher in 15 Ländern erschienen und wurde über 300.000 Mal verkauft. In Deutschland brachte 2003 der Rowohlt Verlag das Buch heraus.

In «Du fehlst mir, meine Schwester» erzählt Khouri die Geschichte ihrer jordanischen Freundin Dahlia, die von ihrem Vater ermordet worden sein soll, weil sie sich in einen Katholiken verliebt hatte. Die Autorin behauptete, sie habe gemeinsam mit ihrer Freundin in Amman einen Frisiersalon betrieben und sei nach dem Mord aus Jordanien geflohen.

Nach Zeitungsberichten hat Khouri nur bis zum Alter von drei Jahren in Jordanien gelebt und wuchs in den USA auf. Die Autorin behauptet aber nach wie vor, dass ihre Freundin getötet worden sei. Sie habe lediglich Namen, Daten und Orte geändert.

Mit ihrer Entschuldigung, scheint die Affäre aber noch nicht beendet zu sein. «Wir versuchen, Regressforderungen gegen die Autorin durchzusetzen», sagte eine Sprecherin des Rowohlt Verlages, der den Titel etwa 35.000 Mal verkauft hat.

Khouri wird von Schriftstellerin Patti Miller der Vorwurf gemacht, dass sie «unbestätigte, anti-islamische Vorurteile manipuliert und angefacht» habe.

In den australischen Medien wird sie als Hochstaplerin dargestellt: Entgegen ihrer Behauptung, eine «Einzelgängerin» zu sein, sei sie verheiratet, habe Kinder und lebe mit ihrer Familie in einer Villa am Meer.

Darüber hinaus befinde sie sich seit fünf Jahren auf der Flucht vor US-Behörden. «Wir glauben, dass sie eine Betrügerin ist», zitiert der «Sydney Morning Herald» die Chicagoer Polizei. Sie soll Hunderttausende US-Dollar «von Freunden, Liebhabern, der Familie und Kranken» gestohlen haben. (nz)