Leipziger Buchmesse I: 

netzeitung.deAutoren-Protest gegen die Bundeswehr als Aussteller

 Herausgeber: netzeitung.de

Einen Tag vor Eröffnung der Leipziger Buchmesse wurde von prominenten Autoren der Auftritt der Bundeswehr beim «Frühlingsfest der Bücher» heftig kritisiert.

«Wir wenden uns gegen die Militarisierung der Buchmesse», heißt es in dem am 23. März veröffentlichten Protestschreiben «Leipzig schießt», das Autoren und Verleger wie Peter Handke, Hermann Kant, Harry Rowohlt oder Erik Neutsch unterzeichnet haben.

Die «Privilegierung eines branchenfremden Ausstellers» wird von den Unterzeichnern abgelehnt, und sie fordern die Buchmesse-Organisatoren auf, die Bundeswehr wie schon auf der Frankfurter Buchmesse auch in Leipzig nicht mehr zuzulassen: «Sie stellt keine Bücher aus, sondern nutzt die Messe, um für ihr neues Konzept weltweiter Militäreinsätze besonders unter Jugendlichen und Lehrern zu werben», heißt es in dem Protestschreiben.

Die Initiatoren von «Leipzig schießt» haben für Samstag, 27. März, eine Protestkundgebung am Stand der Bundeswehr angekündigt. Am Bundeswehrstand wird u. a. das Strategiespiel «POL&IS» präsentiert, das schon 2003 Proteste bei Ausstellern und Besuchern hervorgerufen hatte.