Carola Stern Auf den Wassern des Lebens  | | | Foto: Verlag |
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Gustaf Gründgens und Marianne Hoppe waren das wohl schillerndste Künstlerpaar der Nazizeit. Dass die Schauspieler aber wohl nicht aus Liebe geheiratet hatten, führte sogar zu einem Kinderreim.
«Hoppe, Hoppe, Gründgens, / die kriegen keine Kindgens, / und wenn die Hoppe Kindgens kriegt, / dann sind sie nicht von Gründgens.» So reimte in den dreißiger Jahren der Volksmund, und hatte dabei die schillerndste Künstlerehe dieser Jahre im Sinn.Unterstellt wurde damit, dass die Liaison zwischen dem offenbar homosexuellen Gustaf Gründgens und Marianne Hoppe, der eine zumindest bisexuelle Orientierung nachgesagt wurde, kein Resultat von Libido und Leidenschaft, sondern eher eine Konzession an bürgerliche Erwartungen und ein strategischer Schritt auf der Karriereleiter gewesen ist. Carola Sterns neue Doppelbiografie dieser beiden Ausnahmeschauspieler, die von 1936 bis 1946 miteinander verheiratet waren, zeichnet den künstlerischen Aufstieg der beiden nach, der in den zwanziger Jahren begann, aber später untrennbar mit dem Nationalsozialismus verknüpft sein sollte. Wie schon Klaus Mann in seinem Roman «Mephisto» geht es der Autorin dabei um die Fragen nach moralischer Haltung in Zeiten der Diktatur, nach Opportunismus und gleichzeitiger künstlerischer Größe. Carola Stern war von 1960 an zehn Jahre lang Lektorin bei Kiepenheuer & Witsch und wurde dann Redakteurin beim WDR. Nach ihrer Pensionierung hat sie einige sehr erfolgreiche Biografien vorgelegt, unter anderem über Dorothea Schlegel und Rachel Varnhagen. (nz)
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Carola Stern: Auf den Wassern des Lebens, Gustaf Gründgens und Marianne Hoppe, Kiepenheuer & Witsch 2005, 400 Seiten, 19,90 Euro
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