Ludwig Lugmeier Der Mann, der aus dem Fenster sprang  | | | Foto: Verlag |
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Er war einer der meistgesuchtesten Verbrecher der Bundesrepublik und faszinierte das ganze Land, als er während seines Prozesses durchs Fenster sprang und fliehen konnte. Nun hat Ludwig Lugmeier seine Autobiografie vorgelegt.
Vor ein paar Monaten noch war er an der Golfküste von Mexiko gewesen und hatte sich in Vera Cruz und Tamíco auf die Spur des Schriftstellers B. Traven gesetzt. Er hatte auf der Rückfahrt nach Mexiko-Stadt erlebt, wie ein Erdrutsch die ganze Straße verschüttete. Dann dieser Tankwagen, den er wegen einer verschmierten Autoscheibe viel zu spät sah, ein Unfall, ein Arzt der ihn zusammenflickte und Wochen später die Journalisten vom «Stern», die plötzlich an seinem Krankenbett auftauchten.An seinem 25. Geburtstag fand sich Ludwig Lugmeier in einer Gefängniszelle mit dreifach vergitterten Fenstern wieder. Und während nachts das gelbe Licht des Nebelscheinwerfers hereinschien, hatte er nur einen Gedanken: «Verdammt, wie war es gekommen, dass sie mich gekriegt hatten?» 1949 im oberbayerischen Kochel am See geboren hatte Lugmeier sich schon früh den Ruf eines legendären Verbrechers erworben. Er hatte Geldtransporte überfallen und mehrere Raubüberfälle begangen, die als die spektakulärsten in die Kriminalgeschichte der Bundesrepublik eingingen. Als er 1976 während eines Prozesses aus dem Fenster des Gerichtssaals sprang und fliehen konnte, beherrschte er die Schlagzeilen des ganzen Landes. Nun hat Lugmeier, der heute als Schriftsteller und Märchenerzähler in Berlin lebt, endlich seine Autobiografie vorgelegt. Es geht ihm dabei darum, die beiden Bilder, die sich die Öffentlichkeit von ihm gemacht hat, zusammenzubringen: Gangster und Schriftsteller sollen literarisch vereint werden. (nz)
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Ludwig Lugmeier: Der Mann, der aus dem Fenster sprang. Ein Leben zwischen Flucht und Angriff, Kunstmann 2005, 336 Seiten, 19,90 Euro
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