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SWR-Bestenliste Januar 2007 32 Literaturkritiker und -kritikerinnen nennen monatlich - in freier Auswahl - vier Buch-Neuerscheinungen, denen sie möglichst viele Leser und Leserinnen wünschen, und geben ihnen Punkte (15, 10, 6, 3).
1. Peter Weiss: Das Kopenhagener Journal
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Kritische Ausgabe. Wallstein Verlag, 206 Seiten, 24,00 EuroDas Tagebuch einer tiefen Lebenskrise: 1960 ist Peter Weiss an einem Scheidepunkt, künstlerisch: Bin ich Maler, bin ich Schriftsteller? und in seiner Beziehung zu der Bühnenbildnerin Gunilla Palmstierna. 71 Punkte
2. Michail Lermontow: Ein Held unserer Zeit
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Roman. Friedenauer Presse, 256 Seiten, 22,50 Euro«'Ein Held unserer Zeit', meine Herrschaften, ist in der Tat ein Porträt, aber nicht das eines einzelnen Menschen: Es ist ein Porträt, zusammengesetzt aus den Lastern unserer ganzen Generation in ihrer vollen Entfaltung.» (Michail Lermontov, 1840) 63 Punkte
3. Orhan Pamuk: Istanbul
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Erinnerungen an eine Stadt. Carl Hanser Verlag, 432 Seiten, 25,90 Euro«Wir blättern in diesem überaus reich illustrierten Buch wie in einem doppelten Familienalbum. Der abwesende Großvater ist durch die Stadt Istanbul ersetzt, ein Familienmitglied, das immer schon war und immer sein wird, der mythische Stammvater der Sippe und der missratene kleine Vetter in einer Person.» (Hubert Spiegel) 61 Punkte
4. Daniela Danz: Türmer
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Roman. Wallstein Verlag, 154 Seiten, 16,00 Euro1913: Der Vater ist Türmer, sein Sohn eingeschlossen und frei zugleich. Er sieht alles und bleibt doch bewegungslos. 1999: Und wieder beobachtet einer. Michael Thurner fliegt nach Belgrad: ziellos bewegt er sich durch ein Land der Feindschaft.» 46 Punkte
5. Ulrike Edschmid: Die Liebhaber meiner Mutter
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Roman. Insel Verlag 16,80 EuroEine abgelegene Burg als Zuflucht am Ende des Zweiten Weltkriegs, eine Mutter, die webt - wie einst Penelope, um ihre Kinder zu ernähren, eine Frau, die sich ihre Liebhaber nimmt und sie wieder verstößt. Eine Umwertung der Geschlechterverhältnisse im Schatten des Nachkriegs, bis das Wirtschaftswunder die Ordnung wieder herstellt. 45 Punkte
6.-7. Gianni Celati: Fata Morgana
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Roman. Klaus Wagenbach Verlag, 224 Seiten, 19,50 EuroDie Gamuna leben in einer verlassenen Stadt zwischen einer Sandwüste und einem Bergmassiv. Nur wenige kennen ihre eigentümlichen Verhaltensweisen und Riten. Celati erfindet eine andere Kultur - als einen Spiegel für unsere eigenen Gewohnheiten und Eigentümlichkeiten. 40 Punkte
6.-7. Joan Didion: Das Jahr magischen Denkens
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Claassen Verlag Verlag: Claassen Preis: 18,00 Euro«Was geschieht, wenn der andere so sehr Teil des eigenen Lebens geworden ist, dass die meisten Gedanken an ihn adressiert sind? Was geschieht mit den Gewohnheiten, die plötzlich halbiert sind, was mit der intimen Sprache, die nun kein Gehör mehr findet? Was wird aus der Erinnerung, die man nicht mehr teilen kann, wenn der Mensch, der in den meisten Erinnerungen die Hauptperson ist, in den kommenden keine Rolle mehr spielen wird?» (Andrea Köhler) 40 Punkte
8. Alexander Kluge: Tür an Tür mit einem anderen Leben
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350 neue Geschichten. Suhrkamp Verlag, 664 Seiten, 22,80 EuroDie Wirklichkeit in Möglichkeit verwandeln, die härtesten Realitäten in Geschichten, alleine dadurch, dass man sie neu kombiniert, neu zusammensetzt, neue Berührungen schafft: Der Schriftsteller spielt Zufall, nicht Schicksal. 34 Punkte
9.-10. Günter de Bruyn: Als Poesie gut
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Schuckale aus Berlins Kunstepoche 1786 bis 1807. S. Fischer Verlag, 523 Seiten, 24,90 Euro«Zart und wie absichtslos erzählt de Bruyn diese verschlungenen, aus Briefwechseln, Tagebüchern und Memoiren geschöpften Geschichten. Ohne Thesen und Theorien wird aus diesem zugleich großen und kleinteiligen Figurenteppich Schritt für Schritt eine Literatursoziologie.» (Gustav Seibt) 33 Punkte
9.-10. Virginia Woolf: Briefe
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Zwei Bände: 1888 – 1927 und 1928 - 1941. S. Fischer Verlag, 550 und 516 Seiten, je Band 39,00 Euro«Liebster, (...) wenn überhaupt jemand mich hätte retten können, wärst Du es gewesen. Alles ist von mir gegangen bis auf die Gewißheit Deiner Güte. Ich kann Dein Leben nicht länger ruinieren. Ich glaube nicht, daß zwei Menschen glücklicher hätten sein können als wir es waren. V.» (aus dem Abschiedsbrief an Leonard Woolf) 33 Punkte
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| Archiv SWR-Bestenliste Dezember 2006
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|  |  |  Wer hat Angst vor Wladimir Putin? Im Oktober 2006 wurde die Journalistin Politkowskaja hinterrücks erschossen. Ihr «Russisches Tagebuch» ist ein Rapport voll bitterer Ironie über die Putin-Jahre, meint Franziska Zwerg. ARTIKEL | 28. Mrz 2007 20:48 Die Suppe wird kalt Der Autor und Dokumentarfilmer Charles Nicholl studierte viele Jahre die Skizzenbücher und Manuskripte Leonardo da Vincis. Basierend auf seiner Analyse hat er eine Biographie über ihn geschrieben. ARTIKEL | 12. Mrz 2007 16:42 Jung, schön, aber «underfucked» Nachdem Benjamin Berton in «Wildlinge» drei pubertierende Jungen in der französischen Provinz porträtierte, nimmt er in seinem neuen Roman «Am Pool» das hohle Gehabe junger vergnügungssüchtiger Führungskräfte aufs Korn. ARTIKEL | 10. Feb 2007 23:49
|  Dänemark: Expedition in das Land der netten Wilden Der Däne Morten Ramsland hat den Familienroman des Jahres geschrieben: Die Helden sind Trinker, Betrüger und zugleich gute Menschen, die nur ein kleines bisschen Glück für sich wollen. Ein wenig ähneln sie Ramslands Vorfahren. bücher spricht mit ihm über die Erinnerung. ARTIKEL | 17. Aug 2006 11:34
|  Die Ringeltaube Eine sensationelle Entdeckung und ein literarisches Kleinod: die bisher unbekannte erotische Erzählung von André Gide über eine Liebesnacht. ARTIKEL | 08. Sep 2006 16:30 Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski Nicht Odysseus, sondern den Ritter Schnapphahnski zu besingen, das war das Anliegen des Schriftstellers Georg Weerth. Friedrich Engels nannte ihn «den ersten Dichter des deutschen Proletariats.» ARTIKEL | 07. Aug 2006 17:52 Merkwürdige Literatur Welche Erkenntnisse kann uns die Literatur des Barock heute noch auf den Weg geben? Eine ganze Menge, wie die Textsammlung «Merkwürdige Literatur» beweist. ARTIKEL | 10. Jul 2006 20:19 Zeiten des Aufruhrs Eine schmucke Fassade verhüllt die ganze Ödnis einer kleinbürgerlichen Existenz. Richard Yates' «Zeiten des Aufruhrs» ist ein Klassiker des amerikanischen Vorstadtromans. ARTIKEL | 01. Jun 2006 14:38 Ein Frauenherz Im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist Juliette de Tillières der Mittelpunkt einer hochpikanten Menage à trois. «Ein Frauenherz» von Paul Bourgets gilt als Meisterstück des psychologischen Romans. ARTIKEL | 01. Mai 2006 21:31
|  Herr Speer ist fassungslos Helmut Kraussers Roman «Eros» macht sich satirisch über das Genre des «großen» Deutschlandromans her. Und alle kommen vor: So nationalistische wie adlige Industrielle, Albert Speer, die Studenten, die Stasi und die RAF. ARTIKEL | 26. Jan 2007 08:01 Gott war ein DJ Was von der britischen Radiolegende John Peel übrig blieb: Musik, Musik und eine hübsche Autobiografie, die aber leider von seiner Ehefrau Sheila zuende geschrieben werden musste. ARTIKEL | 22. Jan 2007 07:39 Generation Suff Down and Out in Zagreb-Süd: Den Romanfiguren Edo Popovics fällt es nicht immer leicht, Haltung zu bewahren. Sie verzichten auf Strom, Wasser und Heizung, verlieben sich und schauen immer wieder viel zu tief ins Glas. ARTIKEL | 19. Jan 2007 07:28 Der letzte deutsche Muttersohn Nach ungezählten Büchern über die Rote-Armee-Fraktion liegt nun die erste Biographie Andreas Baaders vor. Der Terrorist erscheint darin als gescheiterter Künstler, Muttersohn und eitler Platzhirsch. ARTIKEL | 04. Jan 2007 07:45 Glauben Sie diesem Mann kein Komma! Höchst unterhaltsam tritt die Autobiographie von Wilhelm Voigt einen Beweis an: «Der Hauptmann von Köpenick» war kein kleiner Gauner, sondern ein Schelm und Schlitzohr von Format. ARTIKEL | 03. Jan 2007 07:32
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