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Paul Bourget Ein Frauenherz  | | | Foto: Verlag |
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Im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist Juliette de Tillières der Mittelpunkt einer hochpikanten Menage à trois. «Ein Frauenherz» von Paul Bourgets gilt als Meisterstück des psychologischen Romans.
Der französische Schriftsteller Paul Bourget (1852-1935) gilt als einer der bedeutendsten und radikalsten Vertreter des psychologischen Romans. Jenseits eigener Wertungen und Urteile zeichnet er nach, wie sich gesellschaftliche Konventionen und moralische Ansprüche auf die Psyche seiner Protagonisten auswirken. Zu einer Zeit, in der die Psychoanalyse als Wissenschaft erst im Entstehen begriffen ist, entwirft er damit mit minutiöser Genauigkeit eine Analyse der menschlichen Seele. Der Zeitgenosse Friedrich Nietzsche pries den Romancier für seine «messerscharfe und grausame Psychologie». Bourgets Roman «Ein Frauenherz» legt von dieser Kunst des Autors Zeugnis ab. 1890 erschienen schildert er das Leben der ebenso jungen wie attraktiven, tragischerweise aber auch verwitweten Juliette de Tillières, die unangefochtene gesellschaftliche Reputation mit einer geheimen Liebesaffäre unter einen Hut zu bringen weiß. Gesteigert wird ihr innerer Konflikt noch, als zusätzlich zum geheimen Geliebten ein weiterer junger Mann ihr seine Aufwartung macht. Juliette ist unfähig, eine Entscheidung zwischen den beiden Anwärtern zu treffen – und das soll verheerende Konsequenzen haben. (nz)
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Paul Bourget: Ein Frauenherz, Manesse 2006, 508 Seiten, 22,90 Euro
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