Während die Verfilmung seines Romans «Kaltblütig» das Kinopublikum begeistert, und Audrey Hepburn wohl nicht zuletzt dank ihrer Rolle in «Frühstück bei Tiffany's» zur schönsten Frau des Jahrhunderts gewählt wurde, ist nun ein literarischer Fund erstmals auch in deutscher Sprache zu haben: Truman Capotes Debütroman Sommerdiebe.Dass der Roman erst jetzt wieder aufgefunden und veröffentlicht wurde, hat mit der Missachtung zu tun, die der Autor selbst seinem vermeintlich verunglückten Erstling entgegenbrachte. Immer wieder unternahm er Anläufe, das Buch zu überarbeiten und zu verändern, dabei war der Roman doch längst fertig und begeistert nun bei seinem verspäteten Erscheinen die Leser.
Grady McNeil, die 17-jährige Protagonistin in «Sommerdiebe», bleibt einen ganzen Sommer allein im heimischen New York, denn ihre Eltern sind nach Europa gesegelt. Und dies ist eine willkommene Gelegenheit, die das Mädchen ergreift, um all das zu tun, was ihre reichen und auf Konventionen bedachten Eltern, nicht für sie vorgesehen haben. Sie verliebt sich in Clyde, der aus Brooklyn kommt und als Parkwächter arbeitet. Mit ihm und seinen Freunden lässt sich Grady den ganzen Sommer lang treiben.
Der 1925 geborene Truman Capote stammt aus New Orleans und erhielt bereits mit neunzehn Jahren den ersten Literaturpreis für eine Erzählung. Er machte sich neben seinen Erzählungen und Romanen, von denen «Frühstück bei Tiffany's» zu einem Welterfolg wurde, auch durch seine zahlreichen Reportagen einen Namen, die er im «New Yorker» oder «Esquire» veröffentlichte. Ebenso berühmt sind die Interviews, die er dem «Playboy» gab. Truman Capote starb 1984 in Los Angeles. (nz)