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Rudyard Kipling Indische Erzählungen  | | | Foto: Verlag |
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Rudyard Kipling war ein genauer Chronist des britischen Empire. Seine Erzählungen aus Indien schwelgen in schwüler Exotik und zeigen, dass es vom Alltäglichen zum Übersinnlichen zu ein Katzensprung ist.
Kein anderer hat im 19. Jahrhundert den Traum des britischen Empire, die Exotik und schwüle Faszination tropischer Reiche unter der Herrschaft der Krone so nachhaltig beschworen wie Rudyard Kipling. Seine «Indischen Erzählungen» sind stets im Sinnlichen verwurzelt, und treten ausgehend von der fremden Landschaft, von Gerüchen und Geschmäckern in eine Sphäre ein, wo sich dem Europäer von soviel Sinnvernebelung die Halluzinationen einsetzen.Opiumdämpfe und Schwefelfeuer sorgen dafür, dass es vom Alltäglichen zum Übersinnlichen nur ein Katzensprung ist, wie es in der Erzählung «Die Geisterrikscha» heißt. Die Einheimischen, ihr Stolz, ihr ganz und gar nicht europäischer Witz und ihr Aberglaube spielen in Kiplings Prosa eine zentrale Rolle. Bei den europäischen Kolonialherren rufen sie Staunen und Unverständnis hervor. Die in diesem Band der Manesse-Bibliothek versammelten Erzählungen entstammen verschiedenen Sammelbänden aus dem Jahr 1888, eine Erzählung erschien zum ersten Mal im zweiten Teil des Dschungelbuches, jener Prosasammlung mit der der Autor endgültig literarischen Weltruhm erlangt hatte. Kipling war bis zu seinem Tod im Jahre 1936 ein genauer Chronist des britischen Weltreiches. Die Befreiung Indiens allerdings erlebte er nicht mehr mit, sie ereignete sich zehn Jahre nach seinem Tod. (nz)
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Rudyard Kipling: Indische Erzählungen, Manesse 2006, 256 Seiten, 17,90 Euro
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