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Philip K. Dick
Simulacra
Cover der Originalausgabe im Knaur-Verlag
Foto: Knaur Verlag
Die Grenze zwischen Simulacra und Menschen ist fließend, und doch ist es ein Schock, als sich herausgestellt, dass sogar der amerikanische Präsident ein künstliches Wesen ist. Ein früher Roman von Philip K. Dick.
 
Ohne dass die beiden sich jemals getroffen oder auch nur miteinander telefoniert hätten, hatte der Schriftsteller Norman Spinrad eines Tages seinen Kollegen Philip K. Dick in der Leitung. Der erzählte ihm von schweren Depressionen und dass er gerade mit seiner Freundin Schluss gemacht hätte. Nun stelle sich die Frage, ob er nach Orange County gehen solle, wo man sich um ihn kümmern wolle, oder ob nicht vielmehr Selbstmord die angemessene Konsequenz sei.

«Nun Phil», antwortete Spinrad, «persönlich kann ich Orange County nicht ausstehen. Aber du könntest es ja mal auf einen Versuch ankommen lassen. Umbringen kannst du dich dann immer noch.» Dick folgte dem Rat seines Kollegen und blieb bis zu seinem Lebensende in Orange County. Wie kein anderer, sagt Spinrad, hatte er die Fähigkeit, sein Gegenüber und auch sich selbst ganz plötzlich in eine völlig fremde Realität zu versetzen.

Der Roman «Simulacra» erschien erstmals im Jahr 1964 und ist ein eher früher Beleg für Philip K. Dicks phantastisches Talent. In schon gar nicht so ferner Zukunft, so erzählt der Roman, weilen mitten unter uns künstliche Wesen, die vom Menschen durch nichts zu unterscheiden sind. Die fließenden Grenzen zwischen den sogenannten Simulacra und dem Menschen sind schon beinahe zu einer Normalität geworden, und doch scheint die Welt aus den Fugen zu geraten, als sich herausgestellt, dass sogar der mächtigste Mann der Welt, der amerikanische Präsident, ein künstliches Wesen ist.

Philip K. Dick wurde 1928 geboren und gilt als einer der wichtigsten Science-Fiction-Autoren überhaupt. Seine Romane bildeten die Grundlage für die Filme Blade Runner, Total Recall, Minority Report und Paycheck. Dick starb im Jahr 1982. (nz)

Foto: Verlag
Philip K. Dick:
Simulacra,
Heyne 2006,
270 Seiten,
9,95 Euro

 
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