Harald Schmidt:
Mulatten in gelben Sesseln
Von einem hohen Ton kann man auch bei Harald Schmidt sprechen, der mit diesen Zeilen eine fiktive Autobiografie einleitet, die nun unter dem Titel «Mulatten in gelben Sesseln (Die Tagebücher 1945-52)« erschienen ist. Es ist der hohe Ton eines Sprachkünstlers, der sich neben seinem unbestrittenen Talent auf dem Feld des Kabaretts und der Fernsehunterhaltung auch mit dem geschriebenen Wort zu behaupten weiß.
Schmidts satirische Skizzen, die neben der Persiflage auf das Genre der Memoiren und des Tagebuchs überwiegend klassische Glossen enthalten, die er im Magazin »Focus« veröffentlicht hat, behandeln neben Persönlichem auch politische Stoffe und Themen aus den Niederungen des Boulevards.
Es geht um Wahlprogramme, die Rechtschreibreform, Billigkreuzfahrten, die Wildmosers, Mel Gibson und den Papst. Dass Harald Schmidt schreiben kann, hat er bereits in den Büchern »Tränen im Aquarium«, »Warum«, »Wohin«, »Quadrupelfuge« und »Avenue Montaigne« unter Beweis gestellt. (nz)
Mulatten in gelben Sesseln
(Die Tagebücher 1945-52),
KIWI 2005,
246 Seiten,
8,90 Euro

