Sobo Swobodnik: 

netzeitung.deFallers Held

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1939 entging Adolf Hitler um Haaresbreite einem Attentat, das der junge Georg Elser auf ihn verüben wollte. Elser selbst hatte weniger Glück. Er wurde in Dachau ermordet und seine Geschichte in der Nachkriegszeit verdrängt.

Als Georg Elser am 9. April 1945 im Konzentrationslager Dachau, also nur wenige Tage vor der Befreiung durch die amerikanischen Alliierten, hingerichtet wird, geschieht dies auf eine Weisung von ganz oben hin. Sechs Jahre zuvor hatte Elser ein Attentat auf Adolf Hitler vorbereitet und ausgeführt, doch die Bombe, die damals im Münchner Bürgerbraukeller explodierte, verfehlte ihr Ziel um Haaresbreite. Hitler hatte den Saal unmittelbar vor der Detonation verlassen.

Sechzig Jahre später macht sich der Historiker Johannes Faller, er stammt wie Elser von der Schwäbischen Alb, daran, diesen Fall grundlegend zu rekonstruieren und die Bedeutung Elsers für die deutsche Geschichte herauszuarbeiten. Faller bringt dabei nicht nur Licht in die erstaunliche Biografie Georg Elsers, der früher als andere die ganze Gefahr, die von den Nationalsozialisten ausging erkannt, und dagegen zu handeln beschlossen hatte. Es stellt sich auch heraus, wie gründlich Elsers Tat nach dem Krieg verdrängt und entstellt wurde.

Sobo Swobodnik erzählt die Geschichte von Elser und Faller in einem Roman. Wie seine Protagonisten kommt auch der Autor von der Schwäbischen Alb, wo er 1966 geboren und aufgewachsen ist. Er hat beim Theater und beim Radio gearbeitet und lebt heute in Berlin. Mit «Altötting» hat er bereits einen Krimi vorgelegt. «Oktoberfest», ein weiterer Teil derselben Reihe, erscheint im Herbst 2005. (nz)

Sobo Swobodnik:
Fallers Held,
Klett-Cotta 2005,
288 Seiten,
18,50 Euro