Viktor Jerofejew Der gute Stalin  | Viktor Jerofejew | | Foto: Verlag |
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Es ist die Geschichte eines symbolischen Vatermords. Viktor Jerofejew beschreibt, wie er gegen seinen politisch mächtigen Vater rebellieren musste, um selbst zum Schriftsteller zu werden.
«Schließlich habe ich meinen Vater ermordet.» So beginnt der Roman «Der gute Stalin» des russischen Schriftstellers Viktor Jerofejew. Doch stellt sich bald heraus, dass der Mord, von dem Jerofejew spricht, kein physischer war, denn sein Vater lebt noch und mäht, in die Jahre gekommen, «mit einem elektrischen Rasenmäher noch selbst das Gras zwischen Hortensien, Rosen und seinen geliebten Stachelbeersträuchern». Es handelte sich vielmehr um einen politischen Mord, der nach den «Gesetzen meines Landes», so Jerofejew, gleichwohl einen echten Tod nach sich zog. Der Vater, um den es hier geht, hatte eine geheimnisumwobene und mächtige Position inmitten der Macht des Kremls inne. Als politischer Berater von Molotow, Übersetzer von Stalin und späterer Botschafter im Ausland war er Teil der herrschenden Macht. Viktor Jerofejew hat hier keine Kunstfigur geschaffen, sondern erzählt von seinem eigenen Vater und seiner Rebellion gegen ihn. Eine Rebellion, die es dem Schriftsteller ermöglichte, einen eigenen Weg zu finden und zum Autor und Künstler zu werden. Jerofejew, geboren 1947 in Moskau, gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Literaten Russlands. Außerdem ist er Herausgeber der ersten russischen Ausgabe der Werke Nabokovs. Regelmäßig schreibt er auch für die «New York Review of Books», den «New Yorker», sowie die «FAZ» und «Die Zeit».(nz)
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Viktor Jerofejew: Der gute Stalin. Roman. Berlin Verlag 2004, 364 Seiten, 19,90 Euro
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