Sparkurs in kleinen Schritten
Die Autoindustrie ist im Zugzwang: Weil sie ihre Selbstverpflichtung zur Senkung der CO2-Emissionen nicht einhalten kann, steht sie heftig in der Kritik. Zwar sind sich Hersteller und Zulieferer einig, dass es großer Entwicklungssprünge bedarf, um bis 2012 den angepeilten EU-Grenzwert von durchschnittlich 130 Gramm CO2 pro Kilometer zu schaffen. Doch aktuelle Neuheiten bei BMW, Audi und VW zeigen, dass sie dem Sparziel auch mit kleinen Schritten näher kommen. Dafür müssen sie nicht einmal neue Motoren entwickeln, sondern vor allem die Peripherie intelligenter steuern.
Schließlich diene der Motor auch als Antrieb für zusätzliche Komponenten von der Servopumpe bis zum Klimakompressor, die Kraft kosten und den Verbrauch erhöhen. «Wenn solche Aggregate nur noch dann laufen, wenn sie benötigt werden, kann man Sprit sparen und zudem noch mehr Leistung auf die Straße bringen», sagt Wolff.
Dass man auch mit einer modifizierten Motorsteuerung, einem länger übersetzten Getriebe, speziellen Reifen und einer verbesserten Aerodynamik Sprit sparen kann, beweist VW mit seinen «BlueMotion»-Modellen. Seit einem Jahr gibt es diese Version beim Polo, der dem Hersteller zufolge im Mittel 3,9 Liter pro 100 Kilometer verbraucht und 105,3 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Auf dem Genfer Autosalon haben die Wolfsburger Anfang März auch einen Passat «BlueMotion» enthüllt, dessen Verbrauch um rund 15 Prozent auf 5,1 Liter pro 100 Kilometer sinkt. Der CO2-Ausstoß liegt dann bei 136 Gramm.
Außerdem sollten die Kunden ihr Kaufverhalten überdenken, sagt Analyst Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg (Hessen). Er verweist auf Statistiken, denen zufolge die Durchschnittsleistung deutscher Neuwagen im vergangenen Jahr ebenso gestiegen ist wie deren Gewicht. «Wer immer stärkere und schwerere Autos kauft, darf sich nicht wundern, wenn die Einsparbemühungen nur wenig fruchten und man doch öfter an die Tankstelle muss.» (dpa)

