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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen BMW

05. Jul 2005 18:43, ergänzt 19:07
Das ABS-System bereitet dem Hersteller Kopfzerbrechen.
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Die Aussetzer der ABS-Bremssysteme bei BMW-Motorrädern haben jetzt auch die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Die zuständige Behörde hat Ermittlungen gegen den Münchner Hersteller eingeleitet.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den BMW-Konzern wegen technischer Probleme beim ABS-Bremssystem von BMW-Motorrädern. Die Ermittlungen wegen Straßenverkehrsgefährdung seien nach einer Anzeige eines Käufers im Frühjahr eingeleitet worden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld in München. Voraussichtlich werde ein Sachverständiger eingeschaltet. BMW sieht dagegen auch weiterhin kein Sicherheitsrisiko, wie Sprecher Jürgen Stoffregen sagte. «Wir sehen aus heutiger Sicht keinen Anlass für einen Rückruf.»

Mehrere BMW-Fahrer hatte sich in der Vergangenheit darüber beschwert, dass das Antiblockier-System der Maschinen teilweise versagt hätte. Stoffregen führte aus, in etwas mehr als 20 Fällen hätten Kunden berichtet, dass das elektronische Bremssystem nach technischen Störungen ausgefallen sei; in der Folge hätten die Fahrer mehr Handkraft gebraucht, um den Bremshebel zu ziehen. «Sie waren aber trotzdem in der Lage zu bremsen», sagte der Sprecher.

BMW wiegelt ab

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In zwei Fällen, in denen Extrembremsungen bei einem Sicherheitstraining des ADAC getestet worden seien, seien die Fahrer gestürzt und hätten sich verletzt. Dabei sei das Bremssystem aber gezielt bis an die Grenze belastet worden. BMW habe den ADAC sowie Kunden und Händler auf diese Fälle aufmerksam gemacht.

«Das System hat kein sicherheitsrelevantes Problem», betonte der BMW-Sprecher. Anlass für technische Nachbesserungen gebe es nicht. Der Kunde, der Anzeige erstattet hat, berichtete laut Stoffregen im August 2004 von Problemen mit den Bremsen, die bei Tests von BMW nicht nachvollzogen werden konnten. Die Meinungsverschiedenheit habe sich in langen Disputen nicht ausräumen lassen, schließlich habe der Mann im Internet zum Boykott von BMW-Maschinen aufgerufen.

Langwierige Ermittlungen

Oberstaatsanwalt Schmidt-Sommerfeld sagte, der Motoradfahrer sei nach eigenen Angaben mit dem bemängelten Bremssystem verunglückt. Der Mann habe von ähnlichen Fällen bei anderen BMW-Fahrern berichtet. Dies werde derzeit überprüft. Die Recherchen seien «aufwendig und schwierig», weil bei jedem Unfall die tatsächliche Ursache ermittelt werden müssten. «Das wird noch eine ganze Weile dauern.» BMW wird laut Stoffregen in diesen Tagen die angeforderte Stellungnahme bei der Staatsanwaltschaft einreichen.

Unabhängig davon hat sich bei vielen BMW-Motorradfahrern eine Verunsicherung in das Integral-ABS, bei der Betätigung des Handbremshebels wird auch das Hinterrad abgebremst, breit gemacht. Das zeigt sich auch in den Internetforen, in denen in den zurückliegenden Tagen kontrovers über dieses Thema diskutiert wurde. Verunsichert dürften die BMW-Fahrer auch deshalb sein, weil selbst der Leiter der Qualitätssicherung bei BMW, Robert Kahlenberg, in einer fehlgeleiteten internen Mail unter anderem ausführte: «Übrig bleibt der unbefriedigende Zustand der Komplexität unseres Bremssystems.» Zudem schrieb er, dass «eine Fehlerfreiheit der gesamten Produktion» nicht sicherstellbar sei. Von daher kann man gespannt sein, was die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergeben werden. (nz)

 
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