Staatsanwaltschaft ermittelt gegen BMW
Mehrere BMW-Fahrer hatte sich in der Vergangenheit darüber beschwert, dass das Antiblockier-System der Maschinen teilweise versagt hätte. Stoffregen führte aus, in etwas mehr als 20 Fällen hätten Kunden berichtet, dass das elektronische Bremssystem nach technischen Störungen ausgefallen sei; in der Folge hätten die Fahrer mehr Handkraft gebraucht, um den Bremshebel zu ziehen. «Sie waren aber trotzdem in der Lage zu bremsen», sagte der Sprecher.
«Das System hat kein sicherheitsrelevantes Problem», betonte der BMW-Sprecher. Anlass für technische Nachbesserungen gebe es nicht. Der Kunde, der Anzeige erstattet hat, berichtete laut Stoffregen im August 2004 von Problemen mit den Bremsen, die bei Tests von BMW nicht nachvollzogen werden konnten. Die Meinungsverschiedenheit habe sich in langen Disputen nicht ausräumen lassen, schließlich habe der Mann im Internet zum Boykott von BMW-Maschinen aufgerufen.
Unabhängig davon hat sich bei vielen BMW-Motorradfahrern eine Verunsicherung in das Integral-ABS, bei der Betätigung des Handbremshebels wird auch das Hinterrad abgebremst, breit gemacht. Das zeigt sich auch in den Internetforen, in denen in den zurückliegenden Tagen kontrovers über dieses Thema diskutiert wurde. Verunsichert dürften die BMW-Fahrer auch deshalb sein, weil selbst der Leiter der Qualitätssicherung bei BMW, Robert Kahlenberg, in einer fehlgeleiteten internen Mail unter anderem ausführte: «Übrig bleibt der unbefriedigende Zustand der Komplexität unseres Bremssystems.» Zudem schrieb er, dass «eine Fehlerfreiheit der gesamten Produktion» nicht sicherstellbar sei. Von daher kann man gespannt sein, was die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergeben werden. (nz)
