Saab 9-3: Agiler Schwede
26.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Eines ist klar: Die Marke Saab ist für den Mutterkonzern GM ein Luxus. Im zurückliegenden Jahr konnte der schwedische Autobauer von seinen zwei Baureihen 9-5er und 9-3er gerade einmal etwas mehr als 133.000 Fahrzeuge absetzen. Das entspricht zwar einem Absatzplus von über elf Prozent zum Vorjahr, doch von anderen Premiumherstellern wie Audi (905.000 Autos in 2006) ist man damit weit entfernt. In Deutschland beispielsweise musste sich Saab im zurückliegenden Jahr mit knapp 5300 verkauften Fahrzeugen zufrieden geben.
Doch zunächst konzentrieren sich die Saab-Verantwortlichen auf das Hier und Jetzt - und das ist die Auffrischung des 9-3er. Ihm wurde nicht nur ein optisch neuer und deutlich ansprechender Auftritt verpasst, sondern er wurde auch mit neuen Motoren ausgestattet. Dazu gehört neben dem um 30 PS gesteigerten 2.8 V6 Turbo-Benziner mit 206 kW/280 PS auch der von uns im SportCombi getestete zweistufig aufgeladene 1.9 Liter-Turbodiesel mit 132 kW/180 PS. Das von Saab TTiD bezeichnete Aggregat wird für alle drei Karosserie-Varianten angeboten.
Das manuelle Sechsganggetriebe verrichtet einen guten Job und passt von der Charakteristik deutlich besser zum 9-3er SportCombi als das Sechsgang-Automatik-Getriebe (Aufpreis 2200 Euro). Die Automatik verfügt zwar über einen Sportmodus, der über einen Schaltknopf an der Mittelkonsole bedient wird, doch das Ansprechverhalten reicht trotzdem nicht an das des manuellen Getriebes heran. Ein Blick auf die Beschleunigungswerte unterstreicht das: Manuell sprintet der Saab von 0 auf 100 km/h in 9,1 Sekunden, mit der Automatik sind es 0,4 Sekunden länger. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h.
Anfang kommenden Jahres wird die 9-3er-Baureihe noch weiter aufgewertet. Dann bringen die Schweden einen Allradantrieb heraus, den sie Cross-Whell-Drive (XWD) nennen. Der Vierradantrieb wird zunächst aber nur für die Aero-Versionen der Limousine und des Kombis in Verbindung mit dem 280 PS starken 2.8 V6-Turbomotor angeboten. Die Drehmomentverteilung liegt dabei im Normalfall bei etwa 90 Prozent auf der Vorder- und zehn Prozent auf der Hinterachse.
Doch zurück zu dem von uns getesteten 9-3 SportCombi. Der gute Gesamteindruck des neuen Motors im Zusammenspiel mit dem Fahrwerk wird leider durch einige kleine Details im Innenraum getrübt. Da sind zum einen die Sitze zu nennen: Sie sind zwar durchaus bequem, doch die Seitenwangen hätten zur Steigerung des Seitenhaltes bei flotten Kurvenfahrten durchaus höher ausfallen können. Leicht nervig ist zudem, dass die silberne Zierleiste des Armaturenbrettes je nach Sonnenstand in der Windschutzscheibe zu sehen ist. Dass sind zwar Kleinigkeiten, doch von einer Premiummarke kann man anderes erwarten. Schließlich ruft Saab für den SportCombi 1.9 TTiD in der Einstiegsvariante 32.450 Euro auf.

