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Lupe Peugeot 107: Der neue Boss kommt

Das Trio ist komplett. Peugeot hat mit dem 107 als letzter Automobilhersteller nach Citroen und Toyota den gemeinsam produzierten Kleinwagen vorgestellt.

Peugeot hat als letzter Automobilhersteller der gemeinsamen Zusammenarbeit mit Citroen und Toyota den 107 präsentiert. Der 3,43 Meter lange Kleinwagen gesellt sich ab dem 16. Juli in Deutschland zu seinen französisch-japanischen Brüdern C1 und Aygo.
Ab 8890 Euro zu haben
Als Petit-Filou ist der 107 ab 8890 Euro als Dreitürer erhältlich. Peugeot erwartet aber, dass sich 90 Prozent der Kunden für die gehobene Ausstattungsversion Filou entscheiden, bei der Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und geteilt umklappbare Rücklehnen vorhanden sind und deren Preis bei 9390 Euro startet. Der Fünftürer kostet in der jeweiligen Version 450 Euro Aufpreis.

Der nunmehr kleinste Peugeot ist 25 Zentimeter kürzer als sein Vorgänger 106. Ebenso wie der Aygo und auch der C1 bietet der 107 mit einer Höhe von 1,47 Meter aber genügend Kopffreiheit. Dagegen müssen die Beine auf den hinteren Sitzen mehr oder weniger eingezogen werden, auch wenn der Radstand 2,34 Meter beträgt.

Auch der Kofferraum kann nur als solcher bezeichnet werden, wenn die Hutablage abgenommen wird und aus den 139 Litern rund 200 Liter Volumen erwachsen. Dann ist auch Platz für ein sperriges Teil, sei es ein Kasten Wasser oder ein kleiner Koffer. Bei umgeklappter Rücksitzbank sind 712 Liter verfügbar. Wenn man das Heckfenster, dass zugleich als Kofferraumklappe dient, offen lässt, können auch Stangen oder Leisten transportiert werden.

Wie die Geschwister reiht sich auch der 107 gut in den Verkehr ein. Kein Wunder, ist doch der Motor identisch. Lediglich bei der Motorhaube, den Rückleuchten und dem Unternehmenslogo können Interessenten die Drillinge, die zu 92 Prozent baugleich sind, unterscheiden.

Ansonsten wirkt der 107 genauso dynamisch und kompakt. Interessant ist die Version des Fünftürers, bei der die beiden hinteren Türen fast mit dem Heck abschließen und so einen breiten Einstieg bieten. Der fehlt bei den Dreitürern. Sie erinnern an die Zeiten, als der Großvater die Familie am Sonntag zur Spazierfahrt in den VW Käfer einlud.

Doch anders als beim Käfer ist der Innenraum freundlicher gestaltet. Die Bedienelemente sind offen einsehbar ebenso wie die Ablagen und auch die Türinnenseiten sind in Wagenfarbe gehalten und sorgen für bunte Tupfer. Selbst bei Dunkelheit leuchtet die großflächig angelegte Heizungsanlage angenehm orange.

Vier Sterne beim NCAP-Crashtest
Wie der C1 und der Aygo erhielt auch der 107 vier Sterne beim europäischen NCAP-Crashtest. Denn bereits der Petit-Filou verfügt serienmäßig über Front- und Seiten-Airbags, ABS, Kurvenbremskontrolle CSC (Cornering Stability Control), elektrische Servolenkung und ein höhenverstellbares Lenkrad an Bord.

Von den auf einer gemeinsamen Plattform entwickelten Fahrzeugen, deren Joint Venture im Juli 2001 angekündigt wurde, sollen ab dem kommenden Jahr 300.000 Einheiten produziert werden. Je 100.000 der im tschechischen Kolin gefertigten Fahrzeuge erhält das jeweilige Unternehmen. Im Gegensatz zu Citroen will Peugeot in diesem Jahr noch 5000 Einheiten absetzen. Die Konzernschwester gibt sich mit 2500 Modellen zufrieden.

Doch während sich der C1 das Kleinwagensegment bei Citroen mit dem C2, C3 und C3 Pluriel teilen muss, bleibt der 107 in dem von Peugeot mit B1 betitelten Segment allein. So gilt zumindest intern das Motto, das Peugeot für den 107 herausgegeben hat: «Der neue Boss in der Stadt». Die Aufgabe des «Bosses»: Er soll die Zahlen seines Vorgängers erreichen. Der 106 rollte zwischen 1991 und 2003 insgesamt 2.798.246 Mal vom Band, knapp ein Zehntel ging nach Deutschland.

Lauter Motor
Wie die Geschwister reiht sich auch der 107 gut in den Verkehr ein. Kein Wunder, ist doch der Motor, für den Toyota zuständig war, identisch. Der 1,0 Liter Dreizylinder mit 50 kW/68 PS arbeitet - wie im Kleinwagensegment üblich - etwas lauter. Der gegen Aufpreis erhältliche Drehzahlmesser wird eigentlich nicht benötigt, da der Motor deutliche akustische Zeichen sendet, wann der Fahrer schalten soll.

Auf der Straße liegt der 107 gut und auch in den Kurven hat das «Löwenbaby»
dank der Kurvenbremskontrolle CSC, die das ESP ersetzt, genügend Halt auf dem Asphalt. Peugeot gibt den Verbrauch mit 4,6 Litern durchschnittlich an. Anders als bei Citroen und Toyota wird Peugeot keinen Dieselmotor anbieten. «Wir haben nicht die Absicht», sagt Peugeot-Deutschland-Chef Olivier Veyrier, «ein Dieselmotor rechnet sich hier erst ab 300.000 Kilometern.» Zudem wurden im bisherigen Kleinwagensegment lediglich zehn Prozent an Dieselmotoren geordert.

Während Peugeot bei den Motoren-Alternativen abweicht, können die Interessenten lediglich bei der Motorhaube, den Rückleuchten und dem Unternehmenslogo die Drillinge, die zu 92 Prozent baugleich sind, unterscheiden. Peugeot stattete den 107 vorne mit dem typischen Gesicht, zwei langgezogenen Scheinwerfern an den Seiten, dem «Löwen-Logo» als Nase und einem breiten Kühlergrill als Mund, aus. Ansonsten ähneln sich die Drillinge so sehr, dass selbst Peugeot-Pressechef Thomas Schallberger den Pressekollegen verkündete, «was Peugeot mit dem Aygo vorhabe...»