Volkert zu Haftstrafe verurteilt
22. Feb 2008 10:45, ergänzt 12:28
 |  Der frühere VW-Betriebsratvorsitzende Volkert muss in Haft | | Foto: AP |
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Wegen seiner Verwicklung in die VW-Affäre hat ein Gericht gegen den früheren VW-Betriebsratschef Volkert eine Haftstrafe verhängt. Auch Ex-Personalmanager Gebauer wurde verurteilt. Die Verteidiger wollen sich damit nicht abfinden.
Der frühere VW-Betriebsratschef Klaus Volkert muss wegen seiner Verwicklung in die VW-Affäre um Untreue und Lustreisen auf Firmenkosten ins Gefängnis. Das Landgericht Braunschweig verurteilte Volkert am Freitag wegen Anstiftung und Beihilfe zur Untreue und Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer wurde zu einer Strafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.
Die Verteidiger beider Verurteilten kündigten an, in die Revision gehen zu wollen. «Die Entscheidung der Kammer wird nicht das letzte Wort sein», sagte der Rechstbeistand des früheren VW-Betriebsratschefs Volkert, Johann Schwenn. Der Jurist sprach mit Blick auf das Urteil gegen den früheren VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz von einem «krassen Fall von Zweiklassen-Strafjustiz». Volkert und Hartz seien ungleich behandelt worden. Auch der Verteidiger Gebauers, Wolfgang Kubicki, will in Revision gehen.
Sonderbonuszahlungen und Lustreisen
Volkert hatte Sonderbonuszahlungen in Höhe von fast zwei Millionen Euro vom früheren VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz erhalten. Gebauer hatte Lustreisen, Sexparties und Geschenke auf VW-Kosten organisiert, nachdem Hartz ihn aufgefordert hatte, die Spitze der Betriebsräte «großzügig» zu behandeln. Die Staatsanwaltschaft hatte für Volkert eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert. Für Gebauer hielt die Anklage ein Jahr und acht Monate für angemessen. Die Verteidiger hatten dagegen in allen Hauptanklagepunkten Freisprüche verlangt.
Volkert und Gebauer gelten als Schlüsselfiguren in der VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten und Schmiergeldzahlungen, die im Sommer 2005 ins Rollen gekommen war. Hartz war im Januar 2007 nach einem umstrittenen Deal mit der Justiz wegen Untreue zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung und 576.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. (dpa/AP)