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Greenpeace: BMW baut Klimaschweine

23. Jul 2007 11:17

Greenpeace-Protest bei BMW
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Foto: dpa
Für Greenpeace schädigt die Modellpolitik von BMW nachhaltig das Klima. Dabei hat der Münchner Autobauer bereits heute 22 Modelle im Angebot, die unter 140 Gramm C02 pro Kilometer emittieren.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Montag vor der Firmenzentrale von BMW in München gegen die aus ihrer Sicht klimaschädigende Modellpolitik des Herstellers protestiert.

«Münchner Klimaschweine»

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Rund 15 Umweltaktivisten bauten dabei einen BMW der 3er-Reihe und einen Geländewagen X5 mit rosa Farbe zu «Klimaschweinen» um. Hinter dem Fahrzeug wurden bis zu sieben Meter hohe und neun Meter lange Stoffwolken aufgeblasen, die den übermäßigen Kohlendioxid-Ausstoß dieser Fahrzeuge darstellen sollen. Dabei war auf den Säcken und Bannern zu lesen: «BMW baut Klimaschweine.»

«Unser Protest richtet sich nicht nur gegen BMW, sondern die gesamte Automobilindustrie», sagte der Verkehrsexperte von Greenpeace, Marc Specowius der Autogazette. Deshalb wird die Umweltschutzorganisation am Dienstag auch bei Audi in Ingolstadt, am Mittwoch bei Mercedes in Stuttgart und am Donnerstag bei Porsche in Zuffenhausen eine ähnliche Protestaktion starten.

«Es gibt eine Selbstverpflichtungserklärung der Autoindustrie. Sie besagt, dass man bis 2008 den Flottenverbrauch auf 140 Gramm pro Kilometer reduziert. Doch dieses Ziel wird wieder verfehlt. Die Autoindustrie kommt ihrer klimapolitischen Verantwortung einfach nicht nach», so Specowius. «Der Flottenverbrauch bei BMW liegt derzeit bei durchschnittlich 190 Gramm, ein widersinniger Wert», fügte Specowius hinzu.

BMW: Vorwürfe nicht haltbar

Greenpeace protestiert bei BMW in München
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Foto: dpa
«Die Vorwürfe von Greenpeace sind so nicht haltbar. Wir bieten im Modelljahr 2007/2008 allein 22 Modelle vom Mini bis zum 5er Touring an, die unter 140 Gramm emittieren», sagte BMW-Sprecher Michael Blabst der Autogazette. «Weitere Modelle werde folgen.» Dabei verfolge BMW mit seinem Maßnahmepaket «Efficient Dynamics» jedoch einen Flottenansatz und konzentriere sich nicht nur auf eine Baureihe. «Wir wollen den Verbrauch und entsprechend die CO2-Reduktion in der Breite reduzieren», sagte Blabst. «Wir stellen uns täglich unserer klimapolitischen Verantwortung.»

Eine Aussage, die Greenpeace gerne hören dürfte. Denn Greenpeace verlangt von Herstellern wie BMW Maßnahmen, die sich nicht nur auf das am niedrigsten motorisierte Modell einer Baureihe konzentriert, sondern auf alle Modelle. «Maßnahmen zur Verbrauchs- und CO2-Reduktion müssen vor allem in den Volumensegmenten wie der 3er- und 5er-Baureihe greifen», so Specowius.

Bedürfnisweckung

Dass schwere Geländewagen derzeit trotz der CO2-Diskussion hohe Zuwachsraten zu verzeichnen haben, liegt laut Specoius an der Bedürfnisweckung seitens der Hersteller. «VW steckt beispielsweise hohe Marketingaufwendungen in den Phaeton oder den Touareg.» Das treffe auch auf andere Hersteller zu.

Dass es auch anders geht, will Greenpeace mit dem bereits vor elf Jahren präsentierten Smile-Konzept («Small, Intelligent, Light, Efficient») unter Beweis stellen. Dahinter verbirgt sich ein Auto auf Basis des Renault Twingo, das mit drei Litern gegenüber dem ursprünglichen Fahrzeug rund 50 Prozent weniger verbraucht. «Mit wenig Aufwand ist es auch auf heutige Bedürfnisse übertragbar», so Specowius. (AG/FM)



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