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Zwei Liter weniger sind locker drin

20. Jun 2007 14:03

Sparsamer VW-Kabinenroller
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Foto: Press-Inform
Der Begriff «Energie-Effizienz» hat gute Chancen zum Wort des Jahres 2007 zu werden, glaubt Stefan Grundhoff. Denn die Entwicklungsabteilungen in der Autobranche haben alle Hände voll zu tun.
Einmal so nebenbei mit überschaubarem Aufwand ein Auto zu entwickeln – damit ist es längst nicht mehr getan. Design, Motor, Innenraum und Fahrwerk sind nach wie vor wichtige Themen – aber dem Thema Energie-Effizienz ist in den letzten Jahren eine nahezu allumfassende Bedeutung zugekommen. Denn Kraftstoff sparen kann man nicht nur durch kleinere, aber trotzdem leistungsstarke Motoren mit Turbo- und Kompressoraufladung, sondern insbesondere durch Gewichtsreduktion und eine intelligente Energieverwaltung. Das Hauptproblem ist, dass ein Auto nur einen vergleichsweise kleinen Teil des eingesetzten Kraftstoffs in Vortrieb umwandelt.

Forschungsobjekt Turbosteamer

Autohersteller wie BMW arbeiten seit Jahren unter anderem daran, die heiße Abwärme des Auspuffs dem Motor wieder als Energielieferant zuzuführen. Doch bis das Prinzip Turbosteamer in Serie gehen wird, werden noch einige Sommer ins Land gehen. Große Einsparpotenziale ergeben sich dadurch, Nebenaggregate nur dann zu gebrauchen, wenn sie auch benötigt werden. Beispiele sind Servolenkung, Wasser- oder Ölpumpen. Hier hat sich in den vergangenen Jahren viel getan und mittelfristig wird sich in diesem Bereich auch noch sehr viel mehr bewegen.

Start-Stopp-Automatik

Start und Stopp-Logo bei Citroen
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Foto: Press-Inform
Immer mehr Autos sind mittlerweile mit einer elektrischen Servolenkung ausgestattet. Die verbraucht nur dann Energie, wenn der Pilot eine Richtungsänderung vollzieht. Im Gegensatz dazu arbeitet eine gewöhnliche Servopumpe auch dann, wenn keine Kurve in Sicht ist und das Auto geradeaus fährt. Pro 100 Kilometer lassen sich durch die modernen Lenkungen 0,2 bis 0,3 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer einsparen. Nachdem die Start-Stopp-Automatik Anfang der 80er Jahre im Hause Volkswagen wegen wenig ausgefeilter Technik und mangelnder Kundenakzeptanz eine Bauchlandung erlebte, feiert sie nun eine wahre Renaissance. Citroen und BMW sind die ersten, die die Start-Stopp-Automatik auch abseits von Hybrid-Triebwerken hoffähig machten. Weitere Hersteller wie Mini, Mercedes und Toyota werden zeitnah folgen. Hierdurch lassen sich besonders in der Stau geplagten Innenstadt zwischen 0,3 und 0,7 Liter Kraftstoff sparen.

Intelligente Generatorregelung

Besonders groß ist das Energiepotenzial der Bremsanlage. Neben der nötigen Sicherheit zum Stoppen des Fahrzeugs werden diese bei immer mehr Modellen einen wichtigen Beitrag zur Energieeinsparung liefern. Wer in die Bremsen tritt spart, denn die abgeleitete Wärmeenergie wird dem Motor über ein vernetztes Generatorsystem wieder zur Verfügung gestellt. Das sind nochmals rund 0,3 Liter weniger auf 100 Kilometern. Damit ist die Bremse ebenso wichtig wie eine intelligente Generator-Regelung selbst. Denn werden auch nur die Generatoren in Betrieb gesetzt, die während der aktuellen Fahrsituation benötigt werden, spart das nochmals Kraftstoff in gleicher Menge wie das regenerative Bremssystem. Ersetzt man die bisherigen Pumpen für Öl, Wasser und Kraftstoff, kommen nochmals 0,2 bis 0,5 Liter weniger Benzinverbrauch hinzu.

Enormes Einsparpotenzial

Intelligenter Antrieb
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Foto: Press-Inform
Unter dem Strich lassen sich so ohne jeden Vollhybrid rund zwei Liter Kraftstoff einsparen. Die Technik ist bereits jetzt verfügbar. Damit das ganze auch in der Großserie bezahlbar wird, haben die Entwicklungsabteilungen von Alfa-Romeo bis Volvo noch viele schlaflose Nächte vor sich. Die einzelnen Entwicklungen bringen kaum Verbesserungen und bei der Implementierung der Systeme müssen die verschiedenen Abteilungen sowieso an einem Strang ziehen.

Ein wichtiger Nebeneffekt: Längst werden viele Hightech-Entwicklungen zu Spezialisten außer Haus gegeben. Das geht langfristig so weit, dass Navigationssysteme den mitdenkenden Scheinwerfern die nächste Kurve vorhersagen und dass Automatikgetriebe vor der nächsten Bergabfahrt bereits herunterschalten lassen. Spart, sorgt für Sicherheit und Fahrspaß.



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