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New Yorker Taxis auf Umwelttrip

30. Mai 2007 10:11

Das typische New Yorker Taxi
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Foto: dpa
Die Taxis in New York werden auch weiterhin durch ihre einheitliche gelbe Farbe auffallen. Ansonsten tut sich aber viel im dortigen Droschkengewerbe - dem Umweltschutz zuliebe, hat Stefan Grundhoff beobachtet.
Wer meint, dass die rund 12.800 Taxis in den Straßen von New York schon bessere Zeiten gesehen hätten, hat Recht. Kratzer, Beulen und flackerte Lampen, dazu ein Innenraum, der nicht nur in den CSI-Fernsehserien zahlreiche Beweise dafür liefern würde, wie sehr ein Taxi der ideale Lebensraum sein kann. Rund 90 Prozent der Taxidroschken sind Fahrzeuge vom Typ Ford Crown Victoria; 5,40 Meter lang, langweilig und alles andere als komfortabel. Die meisten Fahrzeuge sind nicht mehr als drei Jahre alt, haben aber mehr als 200.000 Meilen auf der Uhr. «Pro Jahr lege ich mit meinem Auto rund 100.000 Meilen zurück», erzählt der türkische Taxifahrer Akturk Ertugnur. «Ich fahre seit 20 Jahren in New York Taxi. Da bekommt man einiges zu sehen. Glauben sie mir.» Die meisten New Yorker haben kein Auto und in die Metro steigen viele nur widerwillig ein. Umso wichtiger sind die Taxis, die sich Tag für Tag und Nacht für Nacht durch die engen Gassen der Acht-Millionen-Stadt pressen.

Einheitlich Farbe seit den 60er Jahren

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  • Die ersten Taxis wurden vor exakt 100 Jahren aus Frankreich importiert und in der jungen, noch aufstrebenden City von New York eingesetzt. Erst seit Mitte der 60er Jahre sind alle Taxis in der einheitlichen gelb-orangenen Farbe lackiert. Die Signalfarbe sollte im turbulenten Straßenverkehr helfen, die Taxis zu erkennen. Der New Yorker ruft seinen Chauffeur nicht per Telefon, sondern stellt sich einfach an die nächste Häuserecke. In Stoßzeiten morgens und am frühen Abend wird das ganze nicht selten zur Geduldsprobe. Die gelbe Farbe hilft mittlerweile wenig, weil die meisten Autos in Downtown New York gelb sind – es sind Taxis. Ohne die markante Metallplakette auf der Motorhaube geht nichts. Sie signalisiert, dass das Taxi über eine entsprechende Lizenz verfügt.

    Zwölf-Stunden-Schicht

    Auch ältere Modelle sind noch im Einsatz
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    Foto: Press-Inform
    Dass die New-York-Taxis neben dem wilden Alltagsgeschäft 100. Geburtstag feiern, interessiert die meisten Piloten nur wenig. Fahrer wie Akturk Ertugnur haben genug damit zu tun, ihr Geld zu verdienen. Standzeiten wie in Europa gibt es in Big Apple nicht. Die Taxis sind unterwegs – immer und überall. Die meisten Fahrten kosten gerade einmal fünf bis zehn Dollar. Dafür kommt man quer durch Manhattan oder wenn es gut läuft vom Central Park fast bis zur Brooklyn Bridge. Die Ecke kennt der Anfang Fünfziger besonders gut. Er wohnt jenseits der Brücke in Brooklyn – ebenfalls seit fast 20 Jahren. Die New Yorker sind stolz auf ihre mobilen, gelben Sehenswürdigkeiten, die genauso bekannt sind wie Ground Zero oder die Freiheitsstatue und sich gegenüber dem europäischen Gegenüber in London nicht verstecken müssen.

    100 Jahre New York Taxi - aus diesem Anlass wurde das Empire State Building eine Woche lang von gelben Scheinwerfern illuminiert. So ist New York. Die Taxischicht geht täglich von fünf bis fünf Uhr. Zwölf harte Stunden, in denen einem alles und nichts passieren kann. «Ich fahre lieber am Tag. Die vollen zwölf Stunden», erzählt Akturk Ertugnur, «viele fahren aber nur acht oder zehn, manche auch mehr. Mir macht das Taxigeschäft viel Spaß. Ich fahre seit über 20 Jahren.» Das Cockpit des Crown Victoria ist voll gestopft mit Zeitungen und Papierschnipsel. Über das Klapp-Handy kommen wichtige Anrufe von Hotels, die nicht über einen eigenen Limousinenservice verfügen.

    Schmelztiegel der Nationen

    Multi-Kulti: Taxifahrer in New York
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    Foto: Press-Inform
    40 Prozent der Taxifahrer kommen aus dem Mittleren Osten, 30 Prozent aus Indien und auch der Rest sieht aus wie eine überdimensionale Patchwork-Familie. Man muss schon Glück haben, wenn man nach minutenlangem Warten einen echten New Yorker hinter dem Steuer heranwinkt. Doch die Taxi-Landschaft ändert sich; zumindest bei den Automodellen. Zwar wird das Bild derzeit von Ford Crown Victoria und dem aufstrebenden Van Toyota Sienna dominiert, doch die Hybridwelle scheint nicht aufzuhalten. Beim Namen Toyota Prius rümpfen Taxifahrer wie Akturk Ertugnur nur müde die Nase, doch der Mittelklasse-SUV Ford Escape Hybrid erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

    «In den nächsten Jahren werden zudem dutzende neuer Hybridmodelle in den Taximarkt kommen. Die sind sauberer und verbrauchen weniger. Der Ford Crown Victoria schafft mit einer Gallone 12 bis 14 Meilen», so Peter Schenkman von der New Yorker Taxiorganisation. Die Tage des Standardmodells sind ohnehin gezählt. Bürgermeister Michael Bloomberg will bis 2012 alle Taxis auf Hybridantrieb umstellen.



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