Moderne Technik für Oldtimer
Alte Autos haben für Liebhaber ihren ganz besonderen Reiz. Die oft mit reichlich Chrom verzierten Formen von Oldtimern und jungen Klassikern sind meist unverwechselbar. Doch haben Old- und Youngtimer im Vergleich zu modernen Autos einen Nachteil: Sie sind weniger sicher. Einige Firmen versehen klassische Fahrzeuge daher mit moderner Technik wie einem ABS. So bietet etwa das Unternehmen Mechatronik in Pleidelsheim (Baden-Württemberg) eine «New Tech Restauration» von Mercedes-Benz-Oldtimern an.
Um die Einzelabnahme durch einen Sachverständigen kommt ein Klassiker-Umbau in der Regel nicht herum, sagt Bert Korporal vom TÜV Nord in Hannover. Dabei wird unter anderem begutachtet, wie umfangreich die Modifikationen ausfallen. Bleiben sie in einem bestimmten Rahmen - etwa Motor, Bremsen und Fahrwerkskomponenten - behält der Wagen laut Korporal seine Fahrzeugident-Nummer und unterliegt weiter den Zulassungsvorschriften seines Baujahrs. Bleibt nur noch die Hülle im Originalzustand, handelt es sich dagegen um ein neues Fahrzeug. Es müsste neu zugelassen werden, so Korporal.
Laut AMG-Sprecher Pietro Zollino erhielt der legendäre Oldtimer einen AMG-V8-Motor mit 280 PS/381 PS aus dem aktuellen Mercedes SL Roadster. Außerdem wurden Achsteile und Bremsen übernommen, der Rahmen angepasst sowie eine Servolenkung und ein Fahrerairbag eingebaut. Klassiker-Umbauten dieser Art sind bei AMG zwar machbar, laut Zollino aber «die absoluten Ausnahmen».
Um mit dem umgebauten Oldie schneller fahren zu können, bedarf es laut TÜV-Experte Korporal der richtigen Abstimmung. Da viele historische Autos nicht auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt sind, könne es ohne weitere Anpassungen Schwierigkeiten mit der Aerodynamik geben. Für sinnvoll hält er den Ansatz, einen Oldie mit modernen Bremsen oder ABS auszustatten. Allerdings warnt Korporal vor falschen Vorstellungen darüber, was der Einbau moderner Sicherheitstechnik bewirken kann. Denn das grundsätzliche Verhalten beim Crash lasse sich auch damit nicht verbessern: «Die Lenksäule eines Klassikers zielt auf das Brustbein des Fahrers. Sie wird ihn auch mit zusätzlichem Airbag aufspießen.» (dpa)

