• Letztes Update 19:33 - Sonntag 05. Juli 2009
  • Netzeitung.de: News & Nachrichten
  • Kostenloses NZ-Archiv:
Linie Teaser
 
 
Chinas Autohersteller auf dem Vormarsch16. Nov 2006 12:38
Ein Geely
Bild vergrößernEin Geely
Die chinesischen Automobilhersteller rüsten auf. Allerdings scheitert der Export einheimischer Modelle hauptsächlich an Qualitäts- und Sicherheitsstandards - noch. Von Andreas Landwehr

«Früher haben wir über die Japaner gelacht, als sie mit ihren ersten Autos kamen», sagte ein deutscher Automanager. «Ich hoffe, wir sind bei den Chinesen schlauer.» Zwar stellen chinesische Automodelle in Europa und den USA heute noch keine Konkurrenz dar, doch sei es «nur eine Frage der Zeit»: Fünf Jahre, dann kommen die Autoexporte aus China, so lautet die Schätzung in der Chef-Etage eines führenden europäischen Autokonzerns. Chinas Autobauer wissen sehr wohl um ihre Schwächen und warten noch mit dem Markteintritt in Europa und den USA - doch nach 2010 wollen sie so weit sein. «Die Chinesen werden kommen, kein Zweifel», sagte der Manager in Peking.
Platz zwei im Visier NULL=YES Chinesische Autos über USA nach Europa http://www.netzeitung.de/1433/431640.html NULL=YES Chinas Autobauer streben Platz drei an http://www.netzeitung.de/autoundtechnik/378967.html NULL=YES Autoexperten rechnen mit China-Offensive http://www.netzeitung.de/autoundtechnik/iaa2005/358191.html Wenn sich vom Wochenende an die Autokonzerne der Welt, ihre chinesischen Partner und Konkurrenten auf der «Auto China 2006» in Peking präsentieren, haben sie gleichwohl noch den chinesischen Markt im Blick. In China werden heute schon mehr Personenwagen verkauft als in Deutschland. Über Jahre soll das Wachstum zweistellig bleiben. Der drittgrößte Pkw-Markt will nächstes Jahr auch Japan überholen und auf Platz zwei - nach den USA - vorrücken. Nach 27 Prozent Wachstum im Vorjahr, stieg der Absatz von Personenwagen in der ersten Jahreshälfte um 46 Prozent, berichtete die Unternehmensberatung KPMG.

Als China 2001 der Welthandelsorganisation (WTO) beitrat, bangten viele um die chinesischen Hersteller. «Doch fünf Jahre nach dem WTO- Beitritt haben die heimischen Marken nicht nur überlebt, sondern entwickeln sich prächtig», schrieb KPMG. Ihr Anteil habe sich von 14 Prozent vor zwei Jahren auf 28 Prozent in der ersten Hälfte dieses Jahres verdoppelt - vor allem in dem Sektor, der am schnellsten wächst: kleine und billige Autos. Die führenden Hersteller Chery und Geely allein haben einen Marktanteil von 12,5 Prozent erobert.
Steigender ExportDer viel belächelte Billiganbieter Chery will auf der Messe in Peking sogar das erste heimische Hybrid-Auto vorstellen. Mit DaimlerChrysler verhandelt Chery ferner über die Produktion eines Dodge für den amerikanischen Markt. Eine solche Export-Kooperation mit dem Premium-Hersteller käme einem «Ritterschlag» gleich und wäre ein Durchbruch für China.

Bisher sind die Ausfuhren noch gering, steigen aber schnell: 2004 waren es 10.000 Autos, 2005 schon 32.000. In diesem Jahr soll es doppelt so viel werden. Im Vorjahr exportierte vor allem Honda seinen «Jazz»-Modell und Chery den Kleinwagen «QQ», eine freche Kopie des Chevrolet «Spark» von General Motors.
Billig allein genügt nicht
Im Crashtest gescheitert: der Jeep von Landwind
Bild vergrößernIm Crashtest gescheitert: der Jeep von Landwind
«Zu den größten Hürden für heimische Hersteller, die nach Übersee blicken, gehört es, die Qualitäts- und Sicherheitsstandards zu heben, Marken zu bilden und ein Vertriebs- und Servicenetz aufzubauen», stellte KPMG fest. Reinfälle wie mit dem «Landwind»-Jeep von Jiangling, der beim ADAC-Crash-Test so schlecht wie kein anderer abgeschnitten hatte, gilt es zu vermeiden. Denn der Kostenvorteil allein macht in Europa noch kein Konkurrenzprodukt - auch Sicherheit, Qualität und Design müssen stimmen.

Noch tummeln sich auch zu viele Autoproduzenten im Reich der Mitte. Es wird eine Konsolidierung auf wenige große Konzerne erwartet. Stark dürfte der Volkswagen-Partner Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) werden, der sich wie andere staatliche Autounternehmen mit Exportplänen zurückhält. Vor wenigen Wochen stellte der zweitgrößte Autokonzern Chinas mit dem Modell «Roewe 750» seine Weiterentwicklung des «Rover 75» vor. Technologie und Design waren von dem Pleite gegangenen britischen Traditionsunternehmen Rover aufgekauft worden. Für SAIC ist es der erste Schritt zu einer eigenen Marke, um es irgendwann mit den Großen der Welt aufzunehmen. (dpa)

DruckenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews

Aus anderen Ressorts:

Roger Federer schreibt Sport-Geschichte
Der Größte: Roger Federer gewinnt seinen 15. Grand-Slam-TitelFoto: dpa
Bild vergrößern
Der grandios aufspielende Andy Roddick verlangte Roger Federer in einem denkwürdigen Wimbledon-Finale fünf Sätze lang alles ab, doch der Champion behielt die Nerven. Jetzt thront der Schweizer ganz allein auf dem Tennis-Olymp.
IKB – die Bank ohne Boden
 IKB-Filiale in Berlin. Foto: dpa
Bild vergrößern
Noch mehr Geld: Die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB braucht eine weitere Milliardenspritze und erhält sie auch. Noch mehr Ärger: Gegen zwei weitere Vorstandsmitglieder wurde nun Strafbefehl erlassen.
Staumelder Stauprognose
  •  
    •  Hamburg 14°
    •  Berlin 18°
    •  Köln 18°
    •  Frankfurt 20°
    •  Stuttgart 17°
    •  München 17°

    zum Seitenanfang
    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.