Immer weniger Unfälle durch Alkohol
06.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Doch während bei den Unfällen im Zusammenhang mit Alkohol Fortschritte erzielt werden, steigt auf der anderen Seite die Anzahl der Drogen-Unfälle - wenn auch auf niedrigerem Niveau: «Im Jahr 1995 gab es laut Statistik 607 Unfälle unter dem Einfluss so genannter anderer berauschender Mittel, bei denen Personen zu Schaden kamen», so Sven Rademacher. In Zahlen bedeutet das: Im Jahr 2000 wurde bei 1015 Unfällen Drogenkonsum bei einem der Fahrer festgestellt. 2004 erreichte die Zahl mit 1521 ihren bisherigen Höchststand und sank dann im Jahr 2005 wieder auf 1373.
Bei den Getöteten entwickelten sich die Zahlen entsprechend: Bei Unfällen unter Drogeneinfluss starben 1995 laut Statistik 17 Menschen, im Jahr 2000 waren es 55 und im Jahr 2005 dann 51. Unfälle unter Alkoholeinfluss führten 1996 noch zu 1472 Todesopfern, 2005 waren es 603.
«Bei Drogenkontrollen ist man darauf angewiesen, dass die Polizisten auf diesem Gebiet gut geschult sind», erklärt Erwin Grosse. Dies sei tatsächlich immer öfter der Fall, so dass entsprechende Vergehen auch häufiger festgestellt werden. Hintergrund ist zum einen die «Früherkennung der Pupillen» - also die Fähigkeit, an den Pupillen der Fahrer Verdächtiges in Hinblick auf Drogeneinfluss wahrzunehmen. Zum anderen sind auch verstärkt Testgeräte im Einsatz, die schnell entsprechende Werte feststellen können.
Unbeantwortet ist nach Ansicht der Experten immer noch die Frage, ob die Zahl der Fahrten unter Drogeneinfluss tatsächlich zunimmt, oder ob die besseren Kontrollmethoden lediglich öfter solche Verkehrssünder auffliegen lassen. Beim Alkohol dagegen lässt sich die Entwicklung einfacher nachvollziehen. «Als die Grenze von 0,8 Promille galt, war jedem klar, dass er ein paar Gläser trinken konnte. Bei 0,5 Promille dagegen ist das Risiko größer, die Grenze zu überschreiten», meint Erwin Grosse. «Ideal wäre aber ein Grenzwert von 0,0 Promille - dann gäbe es auch keine Nachweisschwierigkeiten.»
Erfolge kann es aber auch durch neue Ideen geben. So weist Roet auf ein Projekt aus Schweden hin, mit dem man speziell junge Fahrer ansprach: «Es wurde für die Idee geworben, dass eine Gruppe jeweils einen Fahrer auswählt, der verspricht, an dem Abend keinen Alkohol zu trinken», so Roet. Im Gegenzug zahlten dann die restlichen Mitglieder der Gruppe ihrem Fahrer zum Beispiel den Eintritt in den Club oder die Disko und kamen auch für dessen - nicht alkoholische - Getränke auf. «Das Projekt hatte Erfolg. Wenn man so etwas bei uns versucht, sagt vielleicht schon mal jemand wegen der zu erwartenden Vorteile freiwillig «heute fahre ich».»

