Landesminister für Null Promille am Steuer
24. Jul 2006 12:42
 |  Bierausschank in Deutschland
| | Foto: dpa |
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Ein Bier oder ein Gläschen Wein, und dann doch noch mit Auto oder Vespa nach Hause – dagegen regt sich Widerstand. Doch eine Verschärfung der Promille-Regelung müssten alle Bundesländer befürworten.
Null Promille am Steuer – Sachsen-Anhalt will ein absolutes Alkoholverbot an Lenkrad und Schalthebel. Nach einem Bier doch noch mit dem Wagen nach Hause, soll dann nicht mehr möglich sein. «Da bin ich sehr rabiat in meiner Einstellung. Alkohol hat im Straßenverkehr absolut nichts zu suchen», sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD) in Magdeburg der Nachrichtenagentur dpa.
Die Null-Promille-Regelung müsse für alle Altersgruppen eingeführt werden, nicht nur für Fahranfänger. Bisher gilt ein Spielraum von 0,3 bis 0,5 Promille, sofern keine Fahrfehler auffallen.
Auch die anderen überzeugen
Die Folgen seien einfach «zu schlimm», sagte Hövelmann mit Blick auf den hohen Prozentsatz der durch Alkohol am Steuer verursachten Unfälle. «Vernunft muss vor Genuss gehen.» In Sachsen- Anhalt war Alkohol am Steuer im ersten Halbjahr 2006 in 781 Fällen der Hauptgrund für einen Zusammenstoß. Im Gesamtjahr 2005 waren 2224 Mal und damit bei 2,6 Prozent der Fälle Alkohol und Drogen im Spiel. Damit liegt das land weit unter dem Bundesdurchschnitt.Um seinen Plan umzusetzen, muss Hövelmann neben dem Verkehrsministerium die anderen Bundesländer überzeugen. Die in Deutschland bestehende Promille-Regelung ist vergleichsweise liberal. In vielen europäischen Ländern herrscht bereits ein absolutes Alkoholverbot am Lenker.
Ob Alkohol oder nicht - die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten geht seit Jahren zurück. Insgesamt zählte die Polizei Sachsen-Anhalts 2005 84.481 Verkehrsunfälle. Das sind 1262 weniger als 2004. Wie das Statistische Bundesamt errechnete, gingen im Jahr 2005 bundesweit elf Prozent aller Verkehrstoten auf Deutschlands Straßen auf Alkoholunfälle zurück. (nz)