• Letztes Update 12:52 - Samstag 22. November 2008
  • Netzeitung.de: News & Nachrichten
  • Kostenloses NZ-Archiv:
Linie Teaser
 
 

Fahrspaß unter Extrembedingungen

04. Jan 2006 10:07

BMW X3 beim Training
Bild vergrößern
Foto: Press-Inform
Mitten im Skigebiet hat BMW seinem Allradantrieb xDrive unter extremsten Bedingungen einem Test unterzogen: Anfahren auf spiegelglatter Fahrbahn oder Slalom-Rennen im Schneegestöber.
Von Sebastian Viehmann

«Vollgas geben, bis aufs Bodenblech! Jetzt einlenken, einlenken»! Wie ein Skilehrer, der seine Schüler die Piste runterlotsen will, bellt der Fahrtrainer in der roten Winterjacke seine Befehle ins Funkgerät. An ihm vorbei rast der schwarze BMW X3 durchs Schneegestöber auf dem Rettenbach-Gletscher.

Der Fahrer am Steuer gehorcht, gibt Gas und reißt das Lenkrad herum – ein fast irrwitziges Manöver. Eigentlich müsste der Wagen jetzt auf der Schneepiste unkontrolliert gegen die nächste Felswand rasen. Stattdessen ignoriert der Motor den Vollgas-Befehl, nimmt die Leistung dosiert zurück und lässt den X3 in einer sanften Kurve kontrolliert auslaufen.

Allrad-Test unter Extrembedingungen

BMW Technik Drive
Bild vergrößern
Foto: Press-Inform
Beim «Winter Technic Drive» in Sölden hat BMW seinen Allradantrieb xDrive, den es nun auch für die 3er und 5er Reihe gibt, im Extrem-Einsatz präsentiert. In 2800 Metern Höhe im Skigebiet auf dem Rettenbach-Ferner mussten BMWs Quattro-Konkurrenten zeigen, wie gut sie sich beim Slalom-Rennen im dichten Schneegestöber, beim Anfahren auf spiegelglatter Fahrbahn oder beim Driften im rutschigen Schneematsch schlagen.

Die Kraftverteilung beim xDrive liegt im Normalbetrieb bei 40:60 Prozent zugunsten der Hinterachse und wird über eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung geregelt. Je nach Fahrbahnzustand kann der X-Drive das Antriebsmoment stufenlos verteilen. Der Antrieb sucht sich die Räder aus, die gerade auf der Fläche mit dem besten Grip stehen und leitet die Kraft dorthin – im Extremfall bis zu 100 Prozent.

Das Anfahren auf glatter Fläche wird damit zum Kinderspiel. Deutlich wird der Vorteil des xDrive auch in Kurven. Durch die variable Kraftverteilung werden sowohl Unter- als auch Übersteuern weitgehend verhindert. So fährt der Wagen in Kurven wie auf Schienen – vorausgesetzt, man unterschätzt seine Geschwindigkeit nicht. Gegen eine Eisplatte im falschen Moment bei zuviel Speed kann auch die Technik nichts ausrichten.

Gleich am ersten Tag des «Technic Drive» landet ein Touring in einer Schneewehe. Der bereit stehende Geländewagen musste allerdings nicht zum Einsatz kommen – mit einem anderen BMW und einem Abschleppseil befreiten die Fahrtrainer den im Schnee fest gefressenen Wagen. «Zu schnell gefahren und eingelenkt, dann eine Eisplatte – da kannst Du nix machen», kommentierte der österreichischer Trainer.

«Spaß-Modus» DTC

BMW Technik Drive
Bild vergrößern
Foto: Press-Inform
Der xDrive-Antrieb greift auf die Daten der dynamischen Stabilitätskontrolle DSC zu. Das DSC liefert unter anderem Informationen über Lenkeinschlag, zur Geschwindigkeit und Querbeschleunigung. Damit beim Fahren wie auf Schienen die Fahrfreude nicht zu kurz kommt, gibt es den «Spaß-Modus» DTC. DTC setzt die Empfindlichkeit des DSC herab.

«Mit DTC steht der Vortrieb im Vordergrund, nicht die Spurstabilität», erklärt xDrive-Entwickler Christian Billig. Der BMW-Ingenieur fügt hinzu: «Während im normalen Modus bereits bei einem Driftwinkel von ein bis zwei Grad das DSC korrigiert, erlaubt der DTC-Modus fünf bis zehn Grad». Beim Slalom-Kurs wird der Unterschied deutlich. Ohne DTC hält der xDrive selbst einen 5er Touring auf Kurs, wenn man nicht gerade mit zuviel Speed von den Gesetzen der Physik in die Schranken gewiesen wird.

Mit DTC kann man elegant um die Hindernisse herumwedeln. Vor allem im kleinen 3er kommt so wesentlich mehr Fahrspaß auf. Treibt es der BMW-Pilot zu bunt, hat der xDrive eine Schutzengel-Funktion: «Bei etwa 15 Grad Driftwinkel wird wieder – und dann wesentlich härter – eingegriffen», so Christian Billig.

Wer ganz auf elektronische Helferlein verzichten möchte, kann das DSC komplett ausschalten. Dann geht es rund auf Eis und Schnee. Ist man das Fahren mit Allradantrieb nicht gewohnt, greift die Hand in kritischen Situationen manchmal unbewusst zur Handbremse. Der Handbrems-Drift oder die «Starsky und Hutch-Wende» sind allerdings beim Allradantrieb tabu. «Wenn man die Handbremse zieht, kann es quasi in Rückwärts-Richtung einen Schlag mit 1.800 Newtonmetern auf die Antriebswelle geben», sagt der Organisator des Technic Drive, Thomas Karl. Das kann den Antrieb zerlegen. Und wer will das schon.



DruckenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews

Aus anderen Ressorts:

Top-Teams im Fernduell

Timo Rost (hinten) ist mit Energie bei den Bayern zu Gast Foto: AP
Bild vergrößern
Während Leverkusen und Hoffenheim in der Fremde antreten müssen, sieht Bayern München einem vermeintlich entspannten Heimspiel entgegen. Im einzigen Sonntagsspiel kommt es zum traditionsreichen Nord-Derby.

HRE beansprucht Garantien von 20 Milliarden

Lizenz zum Geldleihen: Die Hypo Real Estate darf nicht stürzen
Foto: dpa
Bild vergrößern
Das Fass scheint ohne Boden zu sein: Um kurzfristig fällige Schuldverschreibungen zu bedienen, braucht der taumelnde Immobilienfinanzierer weitere Hilfen des Rettungsfonds.
Staumelder Stauprognose
  •  
    •  Hamburg 3°
    •  Berlin 1°
    •  Köln 2°
    •  Frankfurt 2°
    •  Stuttgart 1°
    •  München -1°

    zum Seitenanfang
    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.