BMW hofft bei Rolls-Royce auf Schlusspurt
Für den neuen Rolls-Royce-Chef Ian Robertson noch kein Grund zur Sorge. Die Marke von 1000 werde man «irgendwann erreichen, daran halten wir fest», sagte der Brite, der das Steuer bei der Luxusmarke im Februar dieses Jahres übernommen hatte, kürzlich der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Und mit den rund 800 Rolls-Royce Phantom habe man im vergangenen Jahr eine «großartige Zahl, die beste für Rolls-Royce seit langem» erreicht. Mit einer ähnlichen Größenordnung sei für dieses Jahr zu rechnen. Doch nach den ersten neun Monaten ist von dieser Wegstrecke nur gut die Hälfte geschafft.
Um die 380 000 Euro kostet ein Phantom, damit spielt er in einer Liga mit dem Maybach. In Deutschland gönnen sich pro Jahr nur rund 50 Kunden diese Investition, sagt Händler Rüdiger Czakert, der über seine Firma «Auto König» auch andere Edelmarken wie Bentley, Maserati, Lamborghini und Ferrari vertreibt. «Der Rolls-Royce ist einfach ein Auto, das sich nur eine gewisse Elite kauft, da gehört schon ein bissl Mut dazu.» Seit der Automobilmesse IAA habe sich die Nachfrage wieder deutlich belebt. Neben der Erben-Generation zählt der Automobilhändler vor allem Medien-Manager und Unternehmer, die sich zum Wechsel in den Ruhestand einen Jugendtraum erfüllen wollen, zu den typischen Kunden.
In einigen Jahren könnte auch ein etwas schmaleres Budget ausreichen, um einen Rolls zu erstehen. Branchenexperten halten Spekulationen über Pläne für ein neues, deutlich günstigeres Modell für realistisch, obwohl BMW dies bisher nicht offiziell bestätigen will. Nach Einschätzung des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer wäre ein «kleiner» Rolls-Royce zu Preisen zwischen 180.000 und 220.000 Euro eine sinnvolle Ergänzung. «Damit erschließt man Nachfragepotenzial.» Allerdings gelte es, Eigenständigkeit zu wahren. «Einfach nur eine abgestrippte Version zu liefern, sozusagen mit weniger Ausstattung, wäre völlig falsch», meint der Experte.

